Das "Royal Free Hospital" in London erwartet die Ankunft eines an Ebola erkrankten Briten.

© APA/EPA/SEAN DEMPSEY

Tödlicher Erreger
08/24/2014

Ebola-Virus erreicht nun auch Kongo

Schon fünf afrikanischen Staaten betroffen. Erkrankter Brite wird nach London geflogen.

Die Demokratische Republik Kongo meldet ihre ersten Ebola-Fälle: Tests hätten eindeutig bestätigt, dass Todesfälle in der Provinz Equateur auf das Ebola-Virus zurückzuführen seien, sagte Gesundheitsminister Felix Kabange Numbi am Sonntag.

Nach Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria ist die Demokratische Republik Kongo der fünfte afrikanische Staat mit Ebola. Eine Verbindung zu den Epidemien in Westafrika gibt es laut dem Minister aber nicht.

In der nordwestkongolesischen Provinz Equateur waren Mitte des Monats innerhalb von zehn Tagen 13 Menschen gestorben. Die Patienten litten nach Angaben der Behörden an hohem Fieber, Durchfall und Erbrechen - deshalb war sofort Ebola-Verdacht aufgetreten. Dieser habe sich nun bei zwei von acht Proben bestätigt, sagte Kabanga später im Fernsehen. Weitere Tests würden vorgenommen.

Equateur erstmals 1976 betroffen

In der Provinz Equateur war erstmals 1976 das Ebola-Virus entdeckt worden. Seitdem ist es laut dem Minister bereits der siebente Ebola-Ausbruch in seinem Land. Nach seinen Angaben gibt es jedoch keine Verbindung zu den Epidemien in Westafrika. Zudem habe sein Land Erfahrung im Kampf gegen den Erreger. So sei es gelungen, den Ausbruch auf ein Gebiet in der Nähe von Jera, mehr als 1.200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Kinshasa zu begrenzen.

UNO kündigt massive Unterstützung an

Die Vereinten Nationen hatten Liberia und seinen Nachbarländern zuvor im Kampf gegen Ebola massive Unterstützung zugesagt. Das Ausmaß der Epidemie erfordere ein "höheres Level an Koordinierung" als Reaktionen auf frühere Fälle, und die UNO-Mission in Liberia werde dabei eine "starke Rolle spielen", erklärte die UNO am Samstag.

Ebola müsse in Liberia bekämpft werden, um eine "stabile Wirtschaft, Zukunft und Gesellschaft" zu garantieren, erklärte die UNO-Sondergesandte Karin Landgren. Ihr Kollege, der UNO-Ebola-Beauftragte David Nabarro, äußerte sich ähnlich. Die "außergewöhnliche Epidemie" erfordere eine noch nie dagewesene Mobilisierung. Die UNO werde sicherstellen, dass die benötigten Ressourcen "dorthin fließen, wo sie am meisten gebraucht werden".

Noch "mehrere Monate" bis zu Kontrolle über Epidemie

Nabarro hält sich derzeit in der Region auf, um sich ein Bild von der Lage machen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Freitag davor gewarnt, dass es noch "mehrere Monate" dauern könnte, die Virusepidemie unter Kontrolle zu bekommen. Der WHO zufolge starben bis zum 20. August bereits 1.427 Menschen an Ebola, davon allein 624 in Liberia, dem am schlimmsten betroffenen Land. Dort trafen am Sonntag 16 Tonnen medizinische Ausrüstung aus den USA für den Kampf gegen den Erreger ein.

WHO-Experte infiziert

Die WHO teilte am Sonntag mit, dass sich erstmals ein WHO-Experte in Sierra Leone mit dem Virus infiziert habe. Demnach hat die WHO seit Beginn der Epidemie in Westafrika 400 Experten zur Bekämpfung der Seuche entsandt. Mehr als 225 Mediziner hätten sich inzwischen mit dem Virus infiziert, 130 von ihnen seien der Krankheit erlegen. Die WHO kündigte an, in Liberia weitere Behandlungsplätze für Ebola-Patienten zu schaffen. In der Hauptstadt Monrovia sollen demnach weitere Gesundheitszentren errichtet werden, um in den kommenden sechs Wochen die Zahl der Betten um 500 zu erhöhen.

Erkrankter Brite wird nach London geflogen

Nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums wurde ein mit dem Virus infizierter britischer Mediziner zur Behandlung nach London ausgeflogen. Der Mitarbeiter einer Hilfsorganisation in Sierra Leone soll demnach in einer speziellen Isolierstation in London untergebracht werden sollte.

Streikende Ärzte kehren in Spitäler zurück

Ärzte in Nigeria, die mehr als zwei Monate gestreikt haben, wollen wegen der Ebola-Epidemie unterdessen an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Das teilte die Ärztekammer des Landes am Sonntag mit. Am Montag würden die Mediziner ihre Plätze wieder einnehmen. Die Ärzte hätten sich entschlossen, ihren Streik aus öffentlichem Interesse vorerst einzustellen. Die Regierung wollte mehr als 16.000 Ärzte entlassen, weil sie ihre Arbeit während der Ebola-Krise beendet hatten. Der Präsident der Ärztekammer teilte mit, man habe sich mit der Regierung geeinigt. Mit dem Ausstand wollte das medizinische Personal bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter einfordern. Der Streik hat die Bemühungen um eine Eindämmung des Virus beeinträchtigt.

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