Dr. Kent Brantly und seine Frau Amber nach Brantlys Entlassung aus dem Krankenhaus

© APA/EPA/ERIK S. LESSER

Ebola-Epidemie
08/21/2014

US-Arzt aus dem Krankenhaus entlassen

Die WHO hat ein Krisen-Treffen für September angesetzt. 1350 Menschen sind in Westafrika an Ebola gestorben.

Jener US-Arzt, der sich mit dem Ebola-Virus infiziert hatte, ist vor kurzem aus einem amerikanischen Krankenhaus entlassen worden. Er war mit einem noch nicht zugelassenen Medikament behandelt worden. Die Hilfsorganisation Samaritan's Purse teilte am Donnerstag mit, dass der aus dem westafrikanischen Liberia in die USA ausgeflogene Kent Brantly die Klinik in Atlanta verlassen habe. Die amerikanische Krankenschwester Nancy Writebol soll schon am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen worden sein.

Beide hatten sich bei der Behandlung von Ebola-Infizierten in Liberia mit dem oft tödlichen Virus angesteckt und beide gehörten zu den wenigen Patienten, die das Serum ZMapp erhielten. Auf die Frage, ob die experimentellen Medikamente bei Brantly gewirkt hätten, sagte der behandelnde Arzt: "Ehrlich gesagt, wir haben keine Ahnung."

Ein ebenfalls mit dem experimentellen Medikament behandelter 75-jähriger spanischer Priester ist vergangene Woche gestorben.

WHO setzte Treffen über Ebola-Behandlung für Anfang September an

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will sich Anfang September mit möglichen Behandlungen des Ebola-Virus befassen. Auf der Tagesordnung der Gespräche am 4. und 5. September in Genf stünden die Sicherheit und Wirksamkeit von noch nicht zugelassenen Medikamenten, teilte die WHO am Donnerstag mit.

Mehr als 100 Experten würden an dem Treffen teilnehmen. Sie sollen zudem erwägen, wie die Studien vorangetrieben und die Produktion neuer Mittel beschleunigt werden könnte. Als ein Beispiel nannte die Organisation das Präparat ZMapp. Es wurde bisher bei sechs Patienten angewendet, die Vorräte sind damit aufgebraucht.

Unruhen in Liberia

In Liberias Hauptstadt Monrovia sind indes bei Protesten gegen die Absperrung eines ganzen Stadtteils wegen der Ebola-Epidemie mindestens vier Menschen verletzt worden: Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften in dem unter Quarantäne stehenden Viertel West Point wurden am Mittwoch vier Einwohner durch Schüsse verletzt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP und Augenzeugen berichteten.

In der Nacht auf Sonntag hatten mit Messern und Knüppeln bewaffnete Angreifer eine Isolierstation in Monrovias Armenviertel West Point verwüstet und 17 Ebola-Patienten befreit. Sie leugneten die Epidemie und warfen der Regierung vor, mit ihren Warnungen nur an internationale Hilfsgelder kommen zu wollen.

Die geflüchteten Patienten hatten sich erst drei Tage später wieder in einem anderen Krankenhaus der Stadt gemeldet – dies ist auch der Grund für die Quarantäne: Die Behörden befürchten nun, dass sich zahlreiche weitere Bewohner von West Point mit dem Erreger angesteckt haben und sperrten deshalb den gesamten Slum mit seinen 75.000 Einwohnern ab. Komplett isoliert wurde zudem die Ortschaft Dolo in der Region Margibi, zudem hat man eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21.00 Uhr und 6.00 Uhr verhängt.

Soldaten eröffneten Feuer

Bereits die Ankündigung der Quarantäne am Dienstagabend hatte in West Point zu Protesten geführt. Am Mittwoch eskalierte die Situation, als Polizisten eine Regierungsvertreterin und deren Familie aus dem Stadtteil herausbringen wollten. Die Sicherheitskräfte setzten zunächst Tränengas gegen die Demonstranten ein, dann eröffneten Soldaten das Feuer, wie Augenzeugen berichteten.

In West Point leben etwa 75.000 Menschen. Die Einwohner kritisieren vor allem, dass sie vor der Verhängung der Quarantäne nicht informiert worden seien und fürchten um die Lebensmittelversorgung im Viertel. Liberia ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mit bisher 466 Toten am schwersten von der Ebola-Epidemie betroffen.

Opferzahl auf 1.350 gestiegen

Die Zahl der mutmaßlichen Ebola-Toten in Westafrika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation auf 1.350 gestiegen. Bei 805 Todesfällen sei das Ebola-Virus nachgewiesen worden, bei den anderen Opfern handle es sich um noch nicht bestätigte Verdachtsfälle, teilte die WHO am Mittwochabend in Genf mit.

Zwischen dem 17. und 18. August seien von den Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra 221 weitere neue Fälle von Verdacht auf Ebola sowie 106 weitere Todesfälle gemeldet worden. Experten weisen immer wieder darauf hin, dass Menschen in Afrika auch an Malaria und anderen Krankheiten sterben, die ähnliche Symptome wie Ebola haben. Auch die WHO unterscheidet zwischen Todesfällen, bei denen Ebola bestätigt wurde, und solchen, bei denen zunächst erst ein Verdacht auf Ebola besteht.

Die USA, Vietnam und Myanmar meldeten unterdessen weitere Verdachtsfälle. Bei drei Verdachtsfällen in Österreich und Deutschland gab es hingegen wieder Entwarnung. Alle Tests auf Ebola verliefen negativ.

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