Chronik | Welt
28.03.2018

Durchsuchungen bei der rechtsextremen Gruppe Freital

Die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen zehn tatverdächtige Mitglieder der Gruppe.

Mit einer Razzia ist die Polizei gegen weitere Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremen Gruppe Freital vorgegangen. Am Mittwoch wurden insgesamt neun Wohnungen und ein Auto in Sachsen, Bayern und Niedersachsen durchsucht, wie die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitteilte.

Dabei wurden zahlreiche Datenträger wie Smartphones, Festplatten und Laptops sowie mehrere Waffen und Hakenkreuzfahnen beschlagnahmt.

Wegen Sprengstoffanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und politische Gegner in Sachsen hatte das Oberlandesgericht Dresden vor drei Wochen acht Mitglieder der Gruppe Freital zu Jugend- und Freiheitsstrafen zwischen vier und zehn Jahren verurteilt. Die Richter sprachen die Angeklagten, darunter zwei Rädelsführer, der Bildung einer terroristischen Vereinigung schuldig. Ein Teil hat inzwischen Revision gegen das Urteil eingelegt.

Mitglieder zwischen 19 und 53

Die weiteren Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen zehn Männer und Frauen im Alter zwischen 19 und 53 Jahren. Sie sollen sich in unterschiedlicher Zusammensetzung an den Angriffen der rechtsextremen Gruppe beteiligt haben.

Eine 19-Jährige und ein 24-Jähriger sollen sich der Gruppe im Sommer 2015 angeschlossen haben. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer rechtsterroristischen Vereinigung, versuchte Brandstiftung, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion beziehungsweise Beihilfe dazu und in einem Fall Beihilfe zum versuchten Mord vorgeworfen. Die anderen acht Beschuldigten sollen die rechtsextreme Gruppe unterstützt haben.

Die Auswertung der Beweismittel wird laut Generalstaatsanwaltschaft einige Zeit dauern. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. An der Durchsuchungsaktion waren insgesamt 50 Polizeibeamte beteiligt.