Doku: Ein 9/11-Wohlfühl-Film

Spurensuche: Zwei österreichische Studenten kehrten nach zehn Jahren nach Neufundland zurück (Donnerstag auf Servus TV).
Foto: Servus TV

In seiner Doku "Gestrandet in Neufundland" (ServusTV) erzählt Werner Boote eine etwas andere 9/11-Geschichte.

A m Donnerstag wird auf ServusTV erstmals die Kurz-Doku "9/11 - Gestrandet in Neufundland" ausgestrahlt (19.45 Uhr). Filmemacher Werner Boote sieht sie als Gegenprogramm zu all den Negativschlagzeilen um den elften September.

Er will 9/11 "von einer anderen Seite" beleuchten, sagt er. "In den Berichten um den elften September 2001 wird immer das Böse im Menschen behandelt." Schlechte Nachrichten verkaufen sich bekanntlich besser als gute. Aber es gibt tatsächlich auch positive Geschichten im Zusammenhang mit dem Terroranschlag. Viele davon haben sich an einem Ort namens Gander abgespielt.

Als am 11. 9. 2001 in Reaktion auf die Anschläge der amerikanische Luftraum gesperrt wurde, mussten hunderte Flugzeuge in Kanada, Neufundland und Nova Scotia landen. 38 Großraum-Jets mit knapp 6700 Passagieren aus aller Welt wurden an jenem Tag in die neufundländische Kleinstadt Gander gelotst. Die knapp 10.000 Einwohner große Gemeinde verfügt über einen riesigen Flughafen, der einst der größte der Welt war. 1936 wurde er in einer ländlichen Einöde erbaut, und diente vor der Erfindung des Düsenantriebs vielen Transatlantikflügen als Zwischenstopp zum Auftanken.

Dort angekommen, mussten die unfreiwilligen Gäste fünf Tage ausharren, und zudem auf ihr Gepäck verzichten. Die Ortsansässigen gaben ihnen Verpflegung und Unterkunft: Viele verausgabten sich beinahe, um die gestrandeten Passagiere zu versorgen. Gander und die umliegenden Gemeinden stellten sowohl öffentliche Gebäude wie Schulen und Kirchen, als auch ihr privates Zuhause als Unterkunft an.

Alternativprogramm

Der 30-minütige Film verfolgt zwei österreichische Studenten, die damals auf Notbetten in einer Schule untergebracht waren. Zehn Jahre später kehrten sie wieder nach Gander zurück und begaben sich auf eine Spurensuche. Werner Bootes Kurzdoku ist eine nette Option für all jene, die zu den üblichen negativen 9/11-Geschichten eine Alternative suchen. Ein zweiter Film zu dem Thema soll die internationale Koproduktion "The Unexpected Visitors" werden. Geplant ist, dass sie Bootes Kurzdoku beinhaltet.

INFO: Im Rahmen seines Themenabend zeigt ServusTV außerdem die Doku "Die Falle 9/11" und einen "Talk im Hangar 7" zum Thema 9/11.

Britische Doku und "ZiB Spezial"

Am Mittwoch zeigt das ORF-Fernsehen einen 9/11-Schwerpunkt: Die britische Doku "9/11 - Der Tag, der die Welt veränderte" (20.15, ORFeins ) beschreibt den 11. September 2001 aus der Perspektive derer, die an den politischen Schalthebeln saßen. Im "Weltjournal" (22.30 Uhr, ORF 2 ) geht's um den "Mythos Flugsicherheit"; auch der "Club 2" (23 Uhr) widmet sich dem Thema 9/11.

Am Sonntag, 11.9., in ORF 2 : Eine "ZiB Spezial" um 14.20 bringt Berichte und Diskussionsrunden; Hannelore Veit und Hanno Settele melden sich live von den Trauerfeierlichkeiten aus New York.

(kurier) Erstellt am
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