Chronik | Welt
15.03.2016

Deutscher hat Nichte im Internet für Sex angeboten

Siebenjährige wurde vom Onkel mehrfach missbraucht. Haftstrafe für den 40-Jährigen.

Ein 40-Jähriger, der seine siebenjährige Nichte im Internet für Sex angeboten und sich selbst an ihr vergangen hat, soll drei Jahre und drei Monate hinter Gitter. Das Landgericht Berlin sprach den Mann am Dienstag des schweren sexuellen Missbrauchs schuldig. "Er hat das Vertrauen des Mädchens ausgenutzt und ganz erheblich verletzt", hieß es im Urteil.

Die Staatsanwältin hatte viereinhalb Jahre Gefängnis gefordert. Der Verteidiger plädierte auf eine Bewährungsstrafe.

Ferienwohnung extra angemietet

Der Mann hatte fünf Monate nach seiner Verhaftung umfassend gestanden. "Warum es zu den Taten kam, kann ich nicht erklären", sagte der Onkel des Opfers. In einer extra angemieteten Ferienwohnung in Niedersachsen, wo die Familie des Mädchens lebt, habe er die kleine Tochter seines Bruders sexuell berührt und fotografiert, gab der Hilfsarbeiter zu. Er habe aber nie ernsthaft beabsichtigt, die Nichte über das Internet an einen anderen Mann zu vermitteln. Einen Interessenten habe er hingehalten.

Kind bleibt Befragung im Prozess erspart

Zehn Taten in der Zeit von Jänner bis Juni 2015 waren in der Anklage aufgelistet. Mit seinem Geständnis habe der 40-Jährige dem Kind eine Befragung im Prozess und damit weitere Belastungen erspart, sagte der Vorsitzende Richter. Das sei strafmildernd berücksichtigt worden. Zudem sei der Angeklagte nicht vorbestraft.

Ermittlungen im Internet gegen mutmaßliche Kinderschänder hatten zu dem 40-Jährigen geführt. Die Mutter sagte im Prozess, ihre Tochter habe große Probleme, das Geschehene zu verarbeiten.