epa02675769 A close up view of a fresco of Saint Francis by Italian painter Cimabue at the Sacro Convento in Assisi, Perugia, Italy, 08 April 2011. St Francis Tomb will be reopen on 09 April after restoration. EPA/ALESSANDRO DI MEO

© APA/ALESSANDRO DI MEO

Franz von Assisi
03/14/2013

Der Namenspatron des neuen Papstes Franziskus

Ein Leben für die Armen.

von Georg Markus

Alle, die dazu befragt wurden, sahen es als erfreuliches Signal, dass der neue Pontifex den Papst-Namen Franziskus gewählt hat. Franz von Assisi war in der Tat ein außergewöhnlicher Mann, der auf alle weltlichen Güter verzichtete, um das Leben eines Bettelmönchs zu führen.

In Kerkerhaft

Dabei hat alles ganz anders angefangen. Als Sohn des reichen Tuchhändlers Pietro Bernardone 1182 in der italienischen Stadt Assisi zur Welt gekommen, war er ein lebenslustiger, allen weltlichen Genüssen zugeneigter junger Mann, der das Geld mit vollen Händen ausgab, durch extravagante Kleidung auffiel und als Ritter Karriere machen wollte. Zum ersten Umdenken kam es, als er mit 20 Jahren während des Städtekriegs zwischen Assisi und Perugia in einjährige Kerkerhaft geriet. Francesco, der eigentlich auf den Namen Giovanni getauft worden war, erkrankte und durchlebte einen inneren Wandel, der zu einer Lebenskrise führte.

Die Ärmsten der Armen

Als er dann jenseits der Stadtmauern auf Leprakranke trifft, die ohne Hoffnung auf Heilung ihrem Tod entgegensehen, entschließt er sich, sein Leben zu ändern. Er reist nach Rom, trifft auch dort auf Armut: Bettler sitzen vor der Peterskirche und werden von reichen Bürgern mit kleinen Kupfermünzen abgespeist. Er wirft sein gesamtes Reisegeld von sich, zieht sich Lumpen über und setzt sich zu den Ärmsten der Armen.

Eines Tages soll Christus zu ihm gesprochen haben: „Franziskus, stelle mein verfallenes Haus wieder her.“ Das ist das Zeichen für ihn, gegen Armut und Krankheit anzukämpfen. Er holt Silber aus der Truhe seines Vaters, verteilt den Schatz unter den Armen. Vom Vater verklagt, erklärt Franz vor Gericht, nicht länger sein Sohn sein zu wollen. Er verlässt das Elternhaus, verzichtet auf sein Erbe und bekleidet sich mit einer braunen Kutte, die von einer Kordel gehalten wird. Bloßfüßig lebt er nun als Bettelmönch.

Im Jahre 1210 sprach Franz bei Papst Innozenz III. vor, um die Gründung der Franziskaner zu melden. Der Orden fand schnelle Verbreitung, Männer zogen in die Welt hinaus, verzichteten wie Franz zugunsten der Armen auf ihre weltlichen Güter und verkündeten ihr Ideal vom einfachen Leben in Liebe zum Menschen, zu den Tieren und zur Natur. Bald gründete die die treue Weggefährtin Klara von Assisi den Klarissenorden, der Frauen die Möglichkeit gibt, in ähnlicher Armut zu leben. Der Theologe Adolf Holl vertritt in seinem Buch „Der letzte Christ“ die Meinung: „Franz und Klara waren ein Liebespaar!“

Heiligsprechung

Im September 1224 empfing Franz von Assisi die Wundmale Christi, erkrankte fast zeitgleich an Malaria und ist fast völlig erblindet. Am 3. Oktober 1226 erlag der 44-Jährige seinem Leiden.Er wurde in der Franziskus-Basilika von Assisi beigesetzt und nur zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen.

Franziskus stand jetzt im Mittelpunkt eines unvergleichlichen Kults, er zählt nach wie vor zu den meistverehrten Heiligen und die von ihm gegründeten Franziskaner fanden in aller Welt Verbreitung. Heute sind sie mit 16.000 Mitgliedern nach den Benediktinern und den Jesuiten (denen der neue Papst angehört) der drittgrößte Orden der katholischen Kirche.

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