Chronik | Welt
12.06.2017

Bill Cosby verzichtete auf Aussage im Strafprozess

Urteil könnte bereits am Dienstag fallen.

US-Schauspieler Bill Cosby hat auf eine Aussage in seinem Strafprozess wegen sexueller Nötigung verzichtet. Die zwölf Geschworenen könnten nach den Schlussplädoyers noch an diesem Montag (Ortszeit) ihre Beratungen über die mögliche Schuld oder Unschuld des 79-Jährigen beginnen, berichtete der "Philadelphia Inquirer". Ein Urteil könnte damit schon am Dienstag oder in den kommenden Tagen fallen.

Bei einem Schuldspruch könnte Cosby, der die Vorwürfe bestreitet, den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. "Sie haben sich entschieden, in diesem Fall nicht auszusagen?", fragte Richter Steven O'Neill den Angeklagten dem Medienbericht zufolge. "Korrekt", antwortete Cosby demnach mit deutlicher und lauter Stimme. Begleitet wurde er am Montag von seiner Frau Camille, die sich bisher kaum zu den Dutzenden Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs gegen ihren Mann aus mehr als 50 Jahren Ehe geäußert hat.

Cosbys Verteidiger riefen nur einen einzigen Zeugen auf - einen an den Ermittlungen im Jänner 2004 beteiligten Polizisten - und kürzten den Prozess damit deutlich ab. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen über mehrere Tage insgesamt zwölf Zeugen vernommen, die in teils emotionalen Aussagen über die mutmaßlichen sexuellen Übergriffe des Schauspielers sprachen.