Eigentllich sollte der Secret Service US-Präsident Barack Obama beschützen - in letzter Zeit häufen sich aber die Pannen.

© Reuters/LARRY DOWNING

Grobe Panne
10/01/2014

Bewaffneter Straftäter fuhr mit Obama im Aufzug

Neue Sicherheitspanne: Leibwächter ließen verurteilten Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma in den Fahrstuhl.

Es ist die zweite Panne des Secret Service binnen kurzer Zeit: Laut einem Bericht der Washington Post wurde während US-Präsident Barack Obamas Besuch bei der Seuchenbehörde CDC in Atlanta ein Mann mit einer Waffe zusammen mit Obama in einen Aufzug gelassen. Er sei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma und bereits dreimal wegen Angriffen und Körperverletzung verurteilt worden.

Seine Fahrt mit Obama im Aufzug sei ein Verstoß gegen Sicherheitsprotokolle des Secret Service, berichtete das Blatt. Die Agenten hätten nicht gewusst, dass er während seiner Begegnung mit Obama bewaffnet war. Obama selbst sei von dem Vorfall im September nicht informiert wurden - jetzt musste er davon durch die Medien erfahren.

Keine Überprüfung

Aufgefallen war der Mann den Secret-Service-Agenten, weil er trotz wiederholter Ermahnung sein Handy nicht wegsteckte - er filmte den US-Präsidenten während der Liftfahrt. Dass er bewaffnet war, stellte sich kurz danach heraus: Als die Secret-Service-Personal den Vorfall nach der anschließenden Überprüfung der kriminellen Vorgeschichte des Mannes dessen Vorgesetzten meldete, wurde er sofort suspendiert – und gab daraufhin freimütig seine Waffe ab, die er die ganze Zeit bei sich getragen hatte. Im Regelfall sollten Personen, die in die Nähe des Präsidenten kommen, auf Waffen durchsucht werden – in diesem Fall hatte man darauf offenbar vergessen.

Veteran als ungebetener Gast

Erst kürzlich hatte es ein Irak-Veteran geschafft, ins Weiße Haus einzudringen: Der Wohnsitzlose war über den Zaun geklettert und konnte bis weit ins Haupthaus vordringen. Der 42-Jährige ist nun in drei Punkten angeklagt worden. Er muss sich für das unerlaubte Betreten eines abgegrenzten Grundstücks oder Gebäudes verantworten, teilte das Justizministerium am Dienstag mit. Zudem wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, eine gefährliche Waffe bei sich getragen zu haben, was in der US-Hauptstadt Washington verboten ist. Der dritte Anklagepunkt lautet unerlaubter Besitz von Munition.

Der Mann hatte bei dem Vorfall am 19. September ein Klappmesser mit einer fast zehn Zentimeter langen, gezackten Klinge bei sich und hatte in seinem Auto rund 800 Schuss Munition sowie zwei Beile und eine Machete gehortet. Er war zudem nicht direkt am Eingang gestoppt worden, sondern bis in die für offizielle Veranstaltungen genutzten Säle vorgedrungen. Ihm drohen nach Angaben des Ministeriums höchstens 16 Jahre Haft.

Secret Service ist reuig

Die Chefin des für den Schutz des US-Präsidenten zuständigen Secret Service, Julia Pierson, hat die Verantwortung für die jüngsten Sicherheitspannen im Weißen Haus übernommen. Das Eindringen eines mit einem Messer bewaffneten Mannes in den Präsidentensitz sei "inakzeptabel", sagte Pierson am Dienstag bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus in Washington.

"Ich übernehme die volle Verantwortung, und es wird nie wieder passieren." Ihre Behörde habe eine Untersuchung eingeleitet. Pierson räumte bei der Anhörung am Dienstag ein, dass der Secret Service in den vergangenen Jahren seinen "Teil an Herausforderungen" gehabt habe. In den kommenden Monaten wolle sie ihre Bemühungen verstärken, um den Dienst "auf ein Leistungsniveau zu bringen, das der entscheidenden Mission gerecht wird, die wir ausfüllen".

Skandalträchtiger Service

Präsident Barack Obama hatte Pierson im März 2013 als erste Frau an die Spitze des Secret Service geholt, nachdem der Ruf der Eliteeinheit unter einem Sexskandal gelitten hatte. Agenten der Einheit sollen im April 2012 Prostituierte in ihr Hotel im kolumbianischen Cartagena eingeladen haben, während sie eigentlich die Teilnahme des Präsidenten an einem Gipfeltreffen vorbereiten sollten. Außerdem gab es Berichte über Trinkgelage. Wegen der Vorwürfe mussten mehrere Mitarbeiter ihre Posten räumen, der Secret Service erließ einen neuen Verhaltenskodex.

Der Secret Service hat rund 120 Außenstellen in den USA und rund 20 Auslandsbüros. Der Einheit gehören nach eigenen Angaben 3.200 Spezialagenten und 1.300 uniformierte Beamte an, die jedes Jahr bei tausenden Reisen ranghoher Regierungsvertreter im In- und Ausland für die Sicherheit sorgen. Außerdem ermittelt die Polizeieinheit bei Geldfälschung und Finanzbetrügereien.

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