Demonstrationen gegen Flüchtlinge und gegen Rechts

Eine Menschenmenge demonstriert mit Deutschlandflaggen und Schildern gegen Merkel und Gabriel.
3000 protestierten in Berlin gegen Flüchtlingspolitik, Gegenveranstaltung mit 1000 Teilnehmern.

Mehr als tausend Menschen haben am Samstag in Berlin gegen eine Kundgebung von rechten Populisten und Extremisten protestiert. Am Rande kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, als etwa 200 Menschen versuchten, die geplante Route der Rechten zu blockieren. Nach der Anmeldung einer Spontandemonstration wurde aber eine Route genehmigt.

Zu der rechten Kundgebung gegen die Flüchtlingspolitik hatten sich nach Polizeiangaben knapp 3000 Menschen eingefunden - erwartet hatten die Behörden maximal ein Zehntel. Unter ihnen waren Neonazis, Hooligans, sogenannte Reichsbürger und auch Rocker. Teilnehmer schwenkten Fahnen aus Brandenburg und Sachsen sowie solche in den russischen Nationalfarben Weiß-Blau-Rot.

Eine Menschenmenge demonstriert mit einem Banner „Merkel muss weg“ in einer Stadt.
Far right-wing supporters march during rally against the German government's immigration policies and migrants, near-by the Chancellery in Berlin, Germany, March 12, 2016. The slogan reads "Merkel must go." REUTERS/Fabrizio Bensch

Aufgerufen zum Gegenprotest hatten unter anderem Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, linke Gruppen und der Türkische Bund. Auf Transparenten hieß es „Asyl ist ein Grundrecht. Rassismus nicht“.

Polizei hielt die Gruppen auf Abstand

Die Polizei hielt mit einem Großaufgebot beide Gruppen auf Abstand. Nach offiziellen Angaben waren 1300 Beamte im Einsatz, allerdings einschließlich der Kräfte für eine zeitgleiche Kurden-Demonstration.

Demonstranten halten Schilder mit der Aufschrift „Berlin gegen Nazis“ hoch.
Counter-demonstrators hold signs reading "Berlin against Nazis" while demostrating against far-right groups marching in Berlin calling for Merkel to go on account of her refugee policies on March 12, 2016. / AFP PHOTO / John MACDOUGALL

Der evangelische Bischof Markus Dröge sagte laut einer vorab verbreiteten Pressemitteilung bei der Kundgebung, er wolle keine Empfehlung für die Wahlen in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg sowie bald auch Berlin abgeben. Aber: „Schenken Sie Ihr Vertrauen denen, die sich für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts einsetzen, für den Schutz aller Menschen vor Gewalt, Menschenfeindlichkeit und Fremdenhass.“

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