Die Schweizer Polizei sichert den Tatort in Zürich.

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Schweiz
12/20/2016

Zürcher Amokläufer war wegen Mordes gesucht

Der in der Nähe des Tatorts gefunden Tote war der Schütze. Es handelt sich um einen 24-jährigen Schweizer, der bereits letztes Wochenende einen Mann in Schamendingen getötet haben soll.

Im Fall der Schießerei in einer Moschee in Zürich hat die Polizei den Täter ermittelt. Eine in der Nähe des Tatorts gefundene Leiche wird mit der Tat in Verbindung gebracht. Die Fahndung wurde nach Angaben der Kantonspolizei Zürich eingestellt.

Der Mann hatte die Räumlichkeiten des somalisch-islamischen Zentrums in Zürich gegen 17.30 Uhr betreten und wahllos mehrere Schüsse auf Betende abgegeben. Dabei verletzte er drei Männer im Alter von 30, 35 und 56 Jahren teils schwer. Nach der Tat floh der Täter, eine Großfahndung wurde eingeleitet.

Polizei kannte den Täter als Fahrraddieb

Bei dem Amokläufer handle es sich um einen 24-jährigen Schweizer aus dem Bezirk Uster, teilte die Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag vor Medien in Zürich mit. Der Täter war auch für das Mord verantwortlich, bei dem ein Mann auf einem Spielplatz in Schwamendingen gefunden wurde. DNA-Auswertungen haben ergeben, dass er am vergangenen Wochenende einen Mann auf einem Spielplatz in Schwamendingen umbrachte. Der Schweizer aus dem Bezirk Uster war vor sieben Jahren einmal polizeilich erfasst worden - wegen eines Fahhraddiebstahls. Daher hatte die Polizei seine DNA und sein Bild.

"Es gibt keinen Zweifel daran, dass dieser Mann, der sich nach dem Angriff auf die Moschee in der Nähe erschossen hat, für die beiden Taten verantwortlich ist", sagte Christiane Lentjes Meili, Chefin der Kriminalpolizei. Hintergrund und Motiv für beide Taten sind noch unklar. Klar ist jedoch, dass die Schüsse in der Moschee "keinen terroristischen Bezug haben.

Neben dem Toten, der unter einer Brücke nur wenige hundert Meter vom Tatort lag, war auf Fotos eine Waffe zu sehen. Die Fahndung nach dem Täter war am Dienstag eingestellt worden. Über die Hintergründe der Tat lagen zunächst noch keine Erkenntnisse vor. Klar ist jedoch, dass die Schüsse in der Moschee "keinen terroristischen Bezug haben. Auch gibt es keinerlei Hinweise auf eine Verbindung zum IS", wie Lentjes Meili weiter sagte. Weshalb er die Moschee auswählte, ist ebenfalls offen. Es sei keine Verbindung ersichtlich.

Offenbar Hang zu Okkultismus

In der Wohnung des Täters im Bezirk Uster fand die Polizei jedoch Gegenstände, welche einen Hang zum Okkultismus belegen. Mit der Auswertung der Beweismittel aus der Wohnung stehe man jedoch noch am Anfang, sagte sie weiter. Der Täter und das gleichaltrige Spielplatzopfer kannten einander seit Jahren. Sie waren offenbar eng befreundet. In letzter Zeit habe es jedoch Streitigkeiten gegeben, sagte Lentjes weiter. Das Opfer sei mit zahlreichen Messerstichen umgebracht worden.

Nach dieser Tat sei der Täter nach Hause gegangen, was an den Spuren in der Wohnung erkennbar sei. Als ihn die Polizei dort Montagfrüh aufgrund der auf dem Spielplatz gefundenen DNA-Spuren verhaften wollte, war er aber nicht zu Hause. Mitten in die Polizeiarbeit platzte dann die Meldung von der Schießerei in der Moschee. Kurz nach dem Angriff auf somalische Betende erschoss sich der Täter an der Sihl. Die Auswertung aller Spuren ergab, dass der 24-Jährige für beide Delikte verantwortlich war.

Der Täter lebte alleine. Am vergangenen Freitag kündigte er seine Stelle als Verkäufer und verließ seinen Arbeitsplatz sofort. Ob er allenfalls psychische Probleme hatte, ist unklar. "Bei seinen Taten wäre dies aber nicht völlig abwegig", sagte Lentjes. Die drei Opfer, die im Gebetsraum angeschossen wurden, befinden sich mittlerweile außer Lebensgefahr. Sie wurden notoperiert und sind laut Polizeiangaben stabil.

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