Die Millionenvillen von Kabul sind zu haben
Im Beverly Hills von Kabul wäre eine 52-Zimmer-Villa mit Rosengarten zu haben, doch niemand will sie kaufen. Im Stadtteil Sherpur entstanden Protzvillen, die im armen Kabul schrecklich deplaziert wirken. Hier wohnten die Warlords und neureiche Opiumhändler, die nach Schätzungen der UNO gemeinsam einen Umsatz von 2,67 Milliarden Euro pro Jahr machten. Doch mit dem Abzug der Amerikaner und vieler NGOs wirkt Sherpur ziemlich leer. "Leute mit viel Geld verlassen Kabul", sagt der Makler Bashir Oman dem AFP-Korrespondenten.
Enorme Vermögen
Ein kleiner Teil der Kabuler Elite, die "Millionäre des 11. September", raffte nach 2001, den Anschlägen auf das World Trade Center, enorme Vermögen zusammen. Es gelang ihnen, milliardenschwere Finanzhilfen, meist als Vertragspartner von Militärs oder Hilfsorganisationen, in die eigenen Taschen fließen zu lassen. Darum heißt das Viertel der Reichen auch "Sher-shur", die Beute des Löwen. "Die Mohnpaläste stehen für die ungleiche Verteilung der Gewinne und Kosten des Krieges", sagt eine US-Expertin für illegale Wirtschaft in Konfliktgebieten.
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