9/11: Who is Who

Nach den Terroranschlägen vom 11.September 2001 sahen sich die politischen Anführer in und außerhalb der USA gezwungen zu handeln.

George W. Bush

Für George Walker Bush, geboren 1946, bedeutete der 11.September eine wichtige Zäsur. Der republikanische US-Präsident konnte nach den Anschlägen auf eine breite Unterstützerfront im In- und Ausland bauen. Bis 9/11 hielten sich seine Beliebtheitswerte vor allem ob der umstrittenen Wahlen 2000 in Grenzen. Danach konnte er sich mit dem "Krieg gegen den Terror" behaupten. Unter seiner Präsidentschaft begannen die USA die Kriege in Afghanistan und später im Irak und beschnitten die US-Bürgerrechte durch den Patriot Act I. 2002 stellte Bush dann einen direkten Zusammenhang zwischen dem "Krieg gegen den Terror" und Saddam Hussein, dem damaligen Diktator des Irak, her. Bush stütze seinen Krieg auf die Behauptung, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen. Der Vorwurf ließ sich nie beweisen. Dick Cheney

Richard Bruce "Dick" Cheney, geboren 1941, war 2001 Vizepräsident unter Präsident George W. Bush sowie von 1989 bis 1993 unter dessen Vater George Bush Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten. Er soll großen Einfluss auf den Präsidenten ausgeübt haben. Scharfe Kritik brachten ihm vor allem seine Verbindungen zu diversen Erdölförderfirmen, wie Halliburton, deren CEO er bis zu seiner Vizepräsidentschaft war, ein. Halliburton bekam für den Wiederaufbau im Irak hoch dotierte Aufträge der US-Regierung. Donald Rumsfeld

Donald Henry Rumsfeld, geboren 1932, diente als US-Verteidigungsminister als die Anschläge passierten. Er organisierte den Krieg gegen Afghanistan und 2003 gegen den Irak – er galt als einer der stärksten Befürworter der Invasion in den Irak. Der Republikaner war schon unter Gerald Ford Verteidigungsminister von 1975 bis 1977. Vor allem wegen des Folterskandals von Abu Ghraib 2004 musste er sich Rücktrittsforderungen stellen. Colin Powell 

Colin Powell, geboren 1937, ist ein ehemaliger General der US-Army und war zu 9/11 US-Außenminister. Im Vorfeld des Irakkrieges hielt Powell im Februar 2003 vor dem UN-Weltsicherheitsrat eine bedeutende Rede, in der er für den Sturz Saddam Husseins plädierte, da dieser im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei. 2005 bedauerte Powell die Rede in einem Fernsehinterview und bezeichnete sie als "Schandfleck" seiner Karriere. Condoleezza Rice

Condoleezza Rice, geboren 1954, war zum Zeitpunkt der Terroranschläge Nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Bush. Die Republikanerin wurde von 2005 bis 2009 außerdem  Außenministerin unter Präsident Bush und die erste afro-amerikanische Frau in diesem Amt. Wegen des von den USA und einer "Koalition der Willigen" ohne Zustimmung des Weltsicherheitsrats begonnenen Irakkrieges hagelte es internationale Kritik. Rice verschärfte das Zerwürfnis der USA mit mehreren europäischen Ländern mit Sätzen wie  "Bestraft Frankreich, ignoriert Deutschland und verzeiht Russland". Tony Blair

Tony Blair, geboren 1953, war 2001 britischer Premier und wurde der wichtigste außenpolitische Verbündete der USA. Blair unterstütze Bush im Afghanistankrieg wie auch im Irakkrieg. Vor allem Blairs scheinbar bedingungslose Unterstützung der Irak-Invasion brachte ihn innenpolitisch  wie auch innerhalb der EU zusehends unter Druck. Jacques Chirac

Jacques Chirac, geboren 1932, war französischer Staatspräsident der Konservativen. Vor allem wegen des Irakkrieges kam es zu großen Spannungen mit den USA. Die Gegner des Irakkrieges, vor allem die Regierungen in Frankreich und Deutschland, sahen in einer Fortführung der IAEO-Waffeninspektionen ein angemesseneres Mittel für eine Abrüstung des Irak. 

Die Spannungen führten unter anderem dazu, dass mancherorts "French Fries" in "Freedom Fries" umbenannt wurden. Gerhard Schröder

Gerhard Schröder, geboren 1944, war 2001 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Die deutsche Bundeswehr beteiligte sich an der internationalen Operation Enduring Freedom in Afghanistan. Der Einsatz hält bis heute an und war von Anfang an umstritten.

Im Irakkrieg verweigerte die deutsche Regierung den USA allerdings die Gefolgschaft. Die Ablehnung wurde mit dem fehlenden UNO-Mandat und dem fehlenden Zusammenhang mit den Terroranschlägen begründet. Zu dieser Zeit befand sich die SPD auch gerade im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2002. Schröders Antikriegspolitik führte zu großen Spannungen mit der US-Regierung. Osama bin Laden

Osama bin Laden, geboren 1958/59, war ein saudi-arabischer, seit 1994 staatenloser Terrorist. Er war Gründer und Anführer der Gruppe El Kaida. Er plante die Terroranschläge am 11. September 2001. Danach befand er sich auf der Flucht. Er war Identifikations- und Symbolfigur verschiedener islamistischer Terrorgruppen. In der Nacht zum 2. Mai 2011 erschossen US-Soldaten Bin Laden bei der von US-Präsident Barack Obama befohlenen Erstürmung seines Anwesens in Pakistan. Mohammed Atta 

Mohammed Atta, geboren 1968, war einer der islamistischen Terroristen, die die Anschläge am 11.September 2001 in den USA verübten. Atta wuchs in Kairo auf, studierte Architektur und zog später nach Hamburg, wo er wiederum Städtebau/Stadtplanung studierte. Atta gehörte der sogenannten "Hamburger Terrorzelle" an. Er gilt als einer der fünf Entführer von American-Airlines-Flug 11. Das war das erste Flugzeug, das bei den Terroranschlägen am 11. September um 8:46 Uhr in den Nordturm des World Trade Center gesteuert wurde. Vermutlich war Atta  Anführer der Gruppe und der Pilot. Er wurde bei dem Anschlag getötet.
(KURIER.at / mn) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?