9/11 - Erinnerungen der Stars

Es ist kurios: Fast jeder weiß, was er gerade tat, als vor zehn Jahren zwei Flugzeuge in das World Trade Center krachten. Auch Stars wie Matt Damon und Al Pacino.

Es gibt Momente, die ewig in Erinnerung bleiben. Wenn nämlich etwas geschieht, das zu groß zum Vergessen ist, zu wichtig zum Vorbeiziehen. Und mit der Erinnerung an das Ereignis merkt sich das Hirn auch die Situation, in der es damit konfrontiert wurde. Die Psychologie nennt diese Momente "kollektive Erinnerungen". In der jüngeren Geschichte waren das der Mord an US-Präsident Kennedy, die Landung auf dem Mond, die Nacht von Lady Dianas Unfall. Fast jeder weiß, was er am 22. November 1963, am 21. Juli 1969 und am 31. August 1997 gerade tat, wo er war. Aktuell erinnern sich einige Stars öffentlich, wie sie den 11. September 2001 erlebten, als zwei Flugzeuge in das World Trade Center krachten. Die Bilder der Flugzeuge, die in die Türme flogen und des aufsteigenden Rauches gingen um die Welt und lösen auch heute noch Gänsehaut aus. Neben zahlreichen Dokumentationen, Theorien und Gedenkfeiern, die dafür sorgen, dass ein solcher Anschlag nie vergessen wird, erinnerten sich Matt Damon, Al Pacino & Co., wie sie 9/11 erlebt haben. Die Website TheWrap.com sammelte die Eindrücke der Prominenten. Schauspieler Matt Damon 

Der Oscarpreisträger, gerade in Venedig um einen Film zu promoten, lebte damals in Manhattan. "Ich erinnere mich noch, dass ich mein Appartement verließ und die Attentate sah, wieder hinein ging und CNN schaute. Ich war hungrig nach Information um herauszufinden, was gerade passierte." "Ich klebte vor dem Fernseher und das, obwohl sich alles gerade vor meinem Tor abspielte." Schauspieler Tom Hardy ("Inception", "The Dark Knight Rises")

"Ich probierte gerade Perücken für einen französischen Film über die Fremdenlegion. Ich sollte in Nordafrika, Marokko, drehen. Doch ich kam gerade erst vom Set von "Black Hawk Down" zurück. Damals wurden eine Menge Kriegsfilme produziert, von denen einige in Nordafrika gedreht wurden. Jeder bekam Panik. In einer Szene, die nur drei Tage nach den Anschlägen gedreht werden sollte, musste mein Charakter ein paar gläubige Männer in einer Moschee in Marokko exekutieren." "Die Situation war sehr angespannt, wir hatten ein Flugzeug, dass uns jederzeit wieder aus Nordafrika herausbringen konnte, falls die Lage gefährlich werden sollte. Außerdem war es eigenartig, da spielte ich einen Soldaten in Afrika, während viele meiner Freunde, die tatsächlich dienten, von den Ereignissen des 11. Septembers stark beeinflusst wurden. Auch in den Twin Towers arbeiteten Freunde von mir, was soll ich sagen. Es traf mich sehr." Schauspielerin Bryce Dallas Howard ("Spiderman 3", "Eclipse")

Die Schauspielerin, die gerade mit ihrem zweiten Kind schwanger ist, befand sich ebenfalls in New York: "Ich war in der Christopher Street und hörte den Lärm, ich öffnete die Fenster. Ich erinnere noch wie mein Freund und jetziger Mann sagte 'Wo ist der zweite Turm?'. "Ich war so gewöhnt beide Türme zu sehen, dass ich überhaupt nicht verstehen konnte was ich sah. Es dauerte eine Weile bis ich begriff: 'Mein Gott, einer der Türme fehlt!' - weil es einfach undenkbar war. Und dann sahen wir, wie der zweite einbrach und mein Mann weinte, ich sagte nur: 'Oh mein Gott, ich komme zu spät in meine Klasse!' und wollte rausgehen. Mein Mann hielt mich davon ab und meinte 'Bist du verrückt! Du gehst jetzt nicht da raus!'"

Im Bild: Howard mit ihrem Mann, Schauspieler Seth Gabriel. Schauspieler Nick Nolte

Der Schauspieler sah gerade fern, als die Flugzeuge einschlugen. "Ich habe das erste nicht gesehen. Ich sah das zweite. Und am ersten Jahrestag der Anschläge war ich betrunken und wurde wegen Betrunkenheit am Steuer aufgehalten." Sein Fahndungsfoto schaffte es damals ins Fernsehen: "Der Grund dafür war, dass alle Kameras auf den Ground Zero gerichtet waren. Danach gab es keine News und sie brachten mein Foto." Al Pacino 

Für den Schauspieler, der sich ebenfalls gerade bei den Filmfestspielen in Venedig befindet, war es "der furchterregendste und herzzerreissendste Tag". "Ich war in einem Flugzeug am Abend davor. Am 11. befand ich mich in Los Angeles und alles was ich wollte war zurück nach Hause zu kommen – nach New York. Doch ich konnte nicht zurück, die Flugzeuge flogen nicht. Es war katastrophal." Paul McCartney

Die "Beatles"-Legende befand sich auf dem Weg zurück nach England. "Wir warteten gerade am JFK-Flughafen auf unsere Starterlaubnis als der Pilot plötzlich sagte 'Wir können nicht starten, wir müssen wieder zurück zum Gate.' Und aus dem rechten Fenster konnte man die Twin Towers sehen. Man konnte eine Rauchwolke erkennen und kurz danach eine zweite." McCartney meinte noch: "Ich glaubte das ist eine optische Illusion", doch dann kam der Stewart und belehrte ihn eines Besseren. Er sagte, dass etwas wirklich Ernstes in New York geschehen war und sie ihn in Sicherheit bringen müssten. Später sah sich der Brite alles im Fernsehen an und wollte in die Stadt, doch niemand durfte hinfahren. Als er so dasaß überlegte er was er tun könnte und dabei kam ihm die Idee zu einem Konzert. Nach einem Gespräch mit dem Produzenten Harvey Weinstein nahm die Idee immer mehr Gestalt an und wurde schließlich gemeinsam mit MTV realisiert. "Beim Konzert war eine eigenartige Stimmung, die Angst war noch nicht vorbei. Die Emotionen entluden sich durch die Musik, was ich immer großartig finde. Man konnte speziell bei den Feuerwehrmännern, den Freiwilligen und den Familien der Opfer sehen, wie sie sich von den angestauten Emotionen befreiten. Es war ein tolles Gefühl." Perez Hilton

Auch Promi-Blogger Perez Hilton war Augenzeuge der Attentate. Zunächst noch davon genervt, dass er in der Früh mehrere Anrufe bekam und sich nur dachte "lasst mich schlafen!", wurde ihm nach dem ersten Telefonat bewusst, dass etwas Fürchterliches geschehen war. "Ich wachte auf, ging auf das Dach meines Gebäudes in West Village und sah das World Trade Center mit einem großen Loch darin. Ich fiel auf die Knie. Lief hinunter und rannte zu der Bank in der Christopher Street, hob all mein Geld ab, ging zum Supermarkt und schaltete auf Hurrican survival mode, da ich aus Südflorida stamme. Ich dachte es wäre das Ende der Welt; ich wusste nicht was ich denken sollte." Auch die Zeit danach beschreibt der Amerikaner als verrückt. Man wurde täglich an die Ereignisse erinnert, besonders der Geruch blieb ihm im Gedächtnis: "Zirka sechs Monate lang hing dieser spezielle Geruch des World Trade Center Desasters in der Luft und danach noch länger, denn immer wenn es regnete kam er wieder durch." Regisseur Gus van Sant ("Good Will Hunting", "Milk", "Restless")

"Ich lebte damals in der Canal Street und konnte von meinem Fenster aus auf die Twin Towers sehen. Ich hörte eine Explosition und realisierte das einer der Türme brannte. Mein Büro war noch näher als meine Wohnung, daher beobachteten wir aus nur acht Blocks Entfernung vom Dach aus, wie die Türme einstürzten." "Danach brachten wir uns vor dem Staub und Rauch in Sicherheit. Es war einer dieser Momente, indem ich mir noch nicht darüber bewusst war, welche Auswirkungen das Gesehene haben wird. Ähnlich erging es anderen Menschen in der Tribeca und Wall Street Umgebung, einige arbeiteten einfach weiter."

Van Sant fand es sehr interessant, dass scheinbar die New Yorker das Ereignis anders wahrnahmen als der Rest der Vereinigten Staaten: "Uptown merkten wir, dass die Menschen dachten es sei ein Downtown Problem und im Umkreis dachte man, es wäre ein Manhattan Problem. Und überall sonst im Land sah man es als nationales Problem. Dort sahen es die Menschen objektiver. 'Das ist ein nationaler Notfall. Es ist erstaunlich, fürchterlich und historisch.' Aber wenn du dort warst, dann waren es so viele unterschiedliche Reaktionen und meine war vermutlich ein Resultat aus einem Schock heraus."
(KURIER.at) Erstellt am
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