„Winterkrieg“ gegen die Rotarmisten: die legendären, in Weiß gehüllten Finnen

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Finnland
12/02/2014

75 Jahre Winterkrieg: Finnen erinnern sich

Einmarsch der Sowjettruppen 1939: Alte Ängste vor Russland kochen wieder hoch.

Finnlands Premier Stubb blieb diplomatisch: Anlässlich der 75-Jahr-Feierlichkeiten des "Winterkrieges", des Angriffs der Sowjetunion auf Finnland, betonte er die "solide Beziehung mit der westlichen Wertegemeinschaft". Das Wort NATO ließ er aus. Finnlands politische Elite will Diskussionen um das Thema Beitritt bis zu den Wahlen im April vermeiden. Angesichts der Ukraine-Krise und der jüngsten Lufthoheitsverletzungen durch russische Flugzeuge stellen viele Finnen die bisherige Neutralitätspolitik in Frage.

Damals, im Herbst 1939, war Finnland auch in keinem Bündnis, als Josef Stalin Druck machte, die Regierung in Helsinki möge Teile der Karelischen Landenge abgeben, um dafür andere Gebiete im Gegenzug zu bekommen. Helsinki lehnte ab.

Am 30. November überschritten dann 250.000 Rotarmisten die Grenze an der Karelischen Landenge, bis nach Lappland kam es zu Angriffen. Helsinki wurde mit riesigen Clusterbomben eingedeckt. Doch die sogenannte Mannerheimlinie, eine Bunkerbefestigung, konnte gegen die überzähligen sowjetischen Truppen bis Mitte Februar gehalten werden und bewahrte die finnische Hauptstadt vor einer Einnahme. Die New York Times berichtete fast täglich über die Heldentaten der in Weiß gehüllten Finnen auf Skiern. Vor allem in der Schlacht bei Suomussalmi gelang es den finnischen Truppen, zwei sowjetische Divisionen aufzureiben, die im Norden versucht hatten, Finnland von Schweden abzuschneiden. Erst nach massiven Truppenaufstockungen der Sowjets wurde Helsinki im März 1940 zur Kapitulation und zu Gebietsabtretungen gezwungen. Im Kreml hingegen hatte man geglaubt, Finnland in zehn bis zwölf Tagen erobern zu können, und hatte große Schwierigkeiten, zu rechtfertigen, wieso sich dieses kleine Land so wirkungsvoll wehren konnte.

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