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UNO-Bericht
04/10/2014

437.000 Menschen wurden im Jahr 2012 ermordet

Laut Studie ist Mord eher ein "Männerproblem" - Frauen sind vor allem im häuslichen Bereich Opfer.

Die Zahl ist beängstigend: Im Jahr 2012 sind 437.000 Menschen weltweit Opfer von vorsätzlichen Tötungsdelikten geworden. Eine aktuelle Studie des UN-Büros zur Bekämpfung von Drogen und Kriminalität (UNODC) zeigt außerdem, dass Mord ein "Männerproblem" ist: 80 Prozent der Opfer und 95 Prozent der Täter sind Männer. 15 Prozent aller Morde haben mit häuslicher Gewalt zu tun - und davon sind vor allem Frauen betroffen. Während männliche Mordopfer in den meisten Fällen von jemandem umgebracht werden, den sie nicht oder nicht gut kennen, fallen Frauen in fast 50 Prozent der Fälle jemandem aus ihrem nächsten Umfeld zum Opfer. In Asien zum Beispiel wurden im Jahr 2012 etwa 19.700 Frauen von ihren Partnern oder anderen Familienmitgliedern getötet, so die Ergebnisse der "Global Study on Homicide 2013".

Die überwältigende Mehrheit (70 Prozent) aller Todesfälle in Zusammenhang mit häuslicher Gewalt betrifft Frauen. "Das Zuhause kann für eine Frau der gefährlichste Ort sein", hieß es bei der Präsentation der UN-Studie am Donnerstag in London.

Junge Opfer

Auffallend ist auch, dass beinahe die Hälfte aller Morde in Regionen passiert, die gerade einmal elf Prozent der Weltbevölkerung beheimaten. Andererseits leben die meisten Menschen dort, wo relativ niedrige Mordraten vorherrschen, nämlich in Europa, Asien und Ozeanien. Die durchschnittliche Mordrate beträgt 6,2 pro 100.000 Personen, im Süden Afrikas und in Mittelamerika wurden aber mehr als vier Mal so hohe Quoten festgestellt.

Weltweit gesehen ist mehr als einer von sieben Mordopfern ein Mann im Alter zwischen 15 und 29 aus Nord- oder Südamerika. Mehr als die Hälfte aller Getöteten erreicht den 30. Geburtstag nicht. Vier von zehn Tötungsdelikten werden laut der Studie mit Schusswaffen verübt. Ein Viertel der Täter tötet mit diversen Klingen oder sonstigen spitzen Gegenstände. Etwas mehr als ein Drittel der Ermordeten fällt anderen Tötungsarten, wie beispielsweise Strangulation oder Gift, zum Opfer.

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