Chronik | Welt
08.10.2018

Vatikan will liberalen Jesuitenpater nicht als Hochschulrektor

Wegen liberaler Äußerungen zu Homosexualität und Frauen in der Kirche.

Wegen liberaler Äußerungen zu Homosexualität und Frauen in der Kirche hat der Vatikan den Rektor einer katholischen Hochschule in Frankfurt aus dem Amt gedrängt. Dem Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig sei die notwendige Unbedenklichkeitserklärung aus Rom verweigert worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Provinz der Jesuiten am Montag in München.

Der Vatikan fordere zudem einen Widerruf der Äußerungen. Zuerst hatten die " Frankfurter Rundschau" und der "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag) berichtet.

In einem Interview mit der "Frankfurter Neuen Presse" hatte Wucherpfennig 2016 unter anderem gesagt, zum Thema Homosexualität gebe es "missverständlich formulierte Stellen in der Bibel".

Man hoffe, dass der Vatikan noch einlenke, sagte die Jesuiten-Sprecherin. Wucherpfennig habe auf den Brief aus Rom mit einer schriftlichen Stellungnahme geantwortet. Einen Widerruf seiner Äußerungen lehne er aber ab. Auch der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, sowie der Provinzial der deutschen Jesuiten, Johannes Siebner, hatten sich hinter Wucherpfennig gestellt.

Sollte der Vatikan bei seiner Entscheidung bleiben, müsste Wucherpfennig seinen Posten als Rektor endgültig räumen. Der in Hannover geborene Pater hat seit 2008 den Lehrstuhl für Exegese des Neuen Testaments in Sankt Georgen inne, 2014 wurde er Rektor der Hochschule. Derzeit leitet Wucherpfennigs Stellvertreter die Hochschule kommissarisch.