Chronik | Welt
04/17/2019

Touristenbus auf Madeira verunglückt: 28 Tote

Bürgermeister erklärt, dass 28 Insassen getötet wurden. Mehrzahl der Opfer offenbar Deutsche. Keine Hinweise auf österreichische Opfer.

Der Osterurlaub auf Madeira hat für fast 30 Menschen tödlich geendet. Ein Bus, mit dem die Urlauber auf der portugiesischen Ferieninsel unterwegs waren, stürzte am frühen Mittwochabend eine Böschung hinunter auf ein Haus. Mindestens 28 Menschen überlebten dies nicht, wie der zuständige Bürgermeister Filipe Sousa dem portugiesischen Sender RTP3 bestätigte. Ihm zufolge waren es deutsche Touristen.

Eine offizielle Bestätigung von deutscher Seite gab es nicht. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin sollen "möglicherweise" auch Deutsche unter den Opfern sein. Nähere Angaben lagen zunächst nicht vor. "Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Lissabon stehen mit den örtlichen Behörden in Kontakt", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Das Wiener Außenministerium hatte keine Hinweise auf Opfer aus Österreich. Der Informationsstand sei ähnlich jenem in den internationalen Medienberichten, demzufolge vor allem Deutsche unter den Toten seien, hieß es am späten Mittwochabend auf APA-Anfrage. Eine Sprecherin betonte aber, dass es einen direkten Kontakt zum portugiesischen Außenministerium gebe, um über die lokalen Behörden eine endgültige Bestätigung zu bekommen.

Die Nachrichtenagentur Lusa berichtete von insgesamt 51 Passagieren an Bord. 22 von ihnen seien unterschiedlich schwer verletzt worden und entweder vor Ort behandelt oder in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Funchal gebracht worden.

"Mein Gott, ich bin sprachlos", sagte Bürgermeister Sousa. Der Fahrer hatte offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der daraufhin einen Abhang hinunter in ein Wohnviertel stürzte. Auf Bildern war zu sehen, wie der weiße Reisebus völlig zerstört auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach lag. Der Busfahrer und der Reiseleiter - beides Portugiesen - hätten verletzt überlebt, so der Bürgermeister.

Das Unglück ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge gegen 18.30 Uhr in der östlich von Funchal gelegenen Gemeinde Caniço. Zwei Dutzend Rettungswagen waren im Einsatz, die Polizei riegelte den Unglücksort weiträumig ab. Auf Videos war zu sehen, wie Helfer Verletzte stützten und in Sicherheit brachten. Im Hintergrund waren Sirenen von Ambulanzen zu hören.

Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa wollte zunächst noch am Abend nach Madeira reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Jedoch würden die Militärflugzeuge möglicherweise gebraucht, um Verletzte auf das Festland zu bringen, hieß es. Sousa habe die Reise deshalb zunächst wieder abgesagt, wie Medien berichteten. "Dies ist ein Moment des Schmerzes, aber auch der Solidarität", sagte der Präsident dem Nachrichtensender SIC Noticias. Sousa sandte auch ein Kondolenzschreiben an Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel.

Wegen des milden Klimas ist die Atlantikinsel das ganze Jahr über bei Urlaubern beliebt. Auf der "Blumeninsel" starb auch der letzte Kaiser von Österreich, Karl I. (1887-1922). Der Habsburger ist in der Kirche Nossa Senhora von Monte begraben. Die römisch-katholische Kirche hatte ihn im Jahr 2004 seliggesprochen.