Chronik | Welt
09.10.2018

Tierpfleger in japanischem Zoo von weißem Tiger getötet

Unglück in südjapanischer Stadt Kagoshima. Das Tier soll auf Bitten der Familie des Opfers aber am Leben bleiben.

Ein seltener Weißer Tiger hat in einem Zoo in Japan einen Tierpfleger angefallen und getötet. Der Mann wurde am Montagabend voller Blut in einem Käfig im Hirakawa-Zoo in der südjapanischen Stadt Kagoshima gefunden, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Die Raubkatze wurde mit einem Geschoß betäubt, um den 40-jährigen Pfleger bergen zu können.

Auf Bitten seiner Familie soll das Tier aber am Leben bleiben. Der Zoo geht davon aus, dass der Mann von einem der vier männlichen Weißen Tiger des Tierparks angegriffen wurde. Der Pfleger hatte eine blutige Wunde am Hals. Er wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht, dort aber für tot erklärt. Der fünf Jahre alte Tiger Riku wurde mit einem Betäubungsgewehr ruhig gestellt, damit Rettungskräfte und Polizisten das Raubtiergehege betreten konnten.

Die Familie des getöteten Tierpflegers bat aber darum, den Tiger nicht einzuschläfern. "Wir haben vor, Riku nicht zu töten und ihn zu behalten, weil uns die trauernde Familie darum gebeten hat", sagte Takuro Nagasako, der zur Leitung des Zoos gehört. Riku, der 1,8 Meter lang ist und 170 Kilogramm wiegt, war im Hirakawa-Zoo zur Welt gekommen.

Tiger-Anlage gesperrt

Der Zoo hatte am Dienstag geöffnet. Die Tiger-Anlage war allerdings abgesperrt, weil die Polizei dort noch ermittelte.

In Japan gab es bisher nur sehr selten Angriffe von Zootigern. Zuletzt hatte im Jahr 2008 ein Sibirischer Tiger einen Tierpfleger zerfleischt, der versuchte hatte, das Tier zur Paarung zu bewegen.