Daten nicht gelöscht? Telegram drohen Geldstrafen in Russland

FILES-RUSSIA-INTERNET-TELEGRAM-RESTRICTION
In acht bevorstehenden Verfahren wird gegen die App ermittelt.

Die russische Telekom-Aufsichtsbehörde Roskomnadsor hat weitere Beschränkungen gegen verschiedene Messenger-Dienste angekündigt, darunter auch Telegram. Die Anbieter verstießen gegen russische Gesetze, ließen Personendaten ungeschützt und unternähmen nichts gegen Betrug und die Nutzung ihres Services zu kriminellen und terroristischen Zielen, teilte die Behörde laut russischer Nachrichtenagentur Interfax mit. Daher werde man schrittweise weitere Beschränkungen einführen.

Zuvor hatten Nutzer in Russland über Probleme beim Laden von Telegram geklagt. Medien berichteten daraufhin, dass Roskomnadsor Maßnahmen zur Geschwindigkeitsdrosselung des Messengers ergriffen habe. 

Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete unterdessen, dass seit Jahresbeginn sieben administrative Verfahren gegen Telegram anhängig sind. Der Messenger soll der Aufforderung nach dem Löschen extremistischer oder pornografischer Inhalte nicht nachgekommen sein.

Der Konflikt zwischen Telegram und den russischen Behörden hat eine lange Geschichte. Telegram-Gründer Pawel Durow lebt seit 2014 nicht mehr in Russland. Seine Ausreise soll mit der Weigerung zusammenhängen, persönliche Daten von Telegram nutzenden Demonstranten in der Ukraine an den russischen Geheimdienst weiterzugeben. Später gab es wegen des Streits um den Zugang zu Nutzerdaten mehrere Anläufe russischer Behörden, Telegram auszubremsen.

Verschärfte Gangart seit Kriegsbeginn

Seit Kriegsbeginn haben die russischen Behörden die Kontrolle und Zensur im Internet noch einmal drastisch verschärft. Kritik an dem von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine gilt als extremistisch. Im vergangenen Sommer sperrte Roskomnadsor Anrufe über WhatsApp und Telegram - diese sind in Russland seither nur noch mit Hilfe eines Virtual Private Network (VPN) möglich.

Zeitgleich wurde in Russland der Messenger Max auf den Markt gebracht. Während offizielle Stellen diesen als sicher bewerben, gab es bereits zahlreiche Klagen über Betrugsversuche unter Nutzung von Max.

Kommentare