© Roland Pittner

Chronik Welt
08/04/2022

Teenager fuhr mit Traktor Mast um: Zehntausende Deutsche ohne Strom

Zwischenzeitlich waren 65.000 Menschen betroffen. Die Versorgung war nach vier Stunden wiederhergestellt.

von Maria Zelenko

Ein Traktor-Unfall hat am Donnerstag einen stundenlangen Stromausfall mit Zehntausenden Betroffenen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen verursacht. Teile der Kreise Euskirchen und DĂŒren sowie des Rhein-Erft- und Rhein-Sieg-Kreises im Rheinland waren ohne Strom, wie eine Sprecherin des Verteilnetzbetreibers Westnetz am Donnerstag mitteilte. Zwischenzeitlich waren demnach 65.000 Menschen betroffen. Gut vier Stunden nach dem Unfall war die Versorgung wiederhergestellt.

Hochspannungsleitung umgeknickt

Ein 16-JĂ€hriger hatte mit seinem Traktor den Mast einer Hochspannungsleitung umgeknickt und so den Ausfall verursacht. Westnetz erklĂ€rte, nach der erfolgreichen Wiederversorgung werde in den nĂ€chsten Tagen ein provisorischer Strommast errichtet. Der beschĂ€digte Mast mĂŒsse anschließend vollstĂ€ndig neu aufgebaut werden. Die Stromversorgung vor Ort bleibt dann weiter gesichert.

Von dem Ausfall betroffen war eine Überlandleitung mit 110 000 Volt. Auf Anraten der Behörden sei sicherheitshalber auch eine zweite, parallel verlaufende Verbindung außer Kraft gesetzt worden, sagte die Westnetz-Sprecherin. Daraufhin waren drei Westnetz-Umspannanlagen in Erftstadt-Lechenich, Weilerswist-Vernich und ZĂŒlpich vom Netz.

Der 16-JĂ€hrige war laut Polizei gegen 11.15 Uhr auf einem Getreidefeld in Weilerswist (Kreis Euskirchen) gegen den Strommast gefahren. Die Unfallursache sei noch unklar, sagte ein Polizeisprecher. Der Jugendliche wurde leicht verletzt, ebenso wie ein Ehepaar, das mit seinem Wagen auf der Kreisstraße daneben unterwegs war und gegen die Stromleitung fuhr.

Laut der Polizei Euskirchen war teils auch das Mobilfunknetz betroffen. Alle FeuerwehrgerĂ€tehĂ€user seien als Ansprechpartner fĂŒr NotfĂ€lle besetzt gewesen. Wo kein Strom war, war auch das Festnetz betroffen. Einem Bericht der "Kölnischen Rundschau" zufolge wurde auch die Autobahn 1 in der NĂ€he zur Sicherheit kurzzeitig gesperrt.

Die Polizei erhöhte in der Gegend die PrĂ€senz. Im Rhein-Erft-Kreis waren Teile einer Hundertschaft vor Ort, die ohnehin wegen eines geplanten Einsatzes in der NĂ€he waren. Diese sollten dort fĂŒr die BĂŒrger ansprechbar sein, sagte ein Polizeisprecher. "Die Leute haben ja Sorgen, haben Angst." Nachdem der Strom im Bereich Erftstadt wieder da war, hieß es: "Gefahrensituationen oder Straftaten in Zusammenhang mit dem Stromausfall sind derzeit nicht bekannt."

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