Chronik | Welt
31.08.2018

Südtiroler hielt Frau zwei Wochen lang unter Obstkiste gefangen

Arbeiter der Straßenmeisterei hörten Hilferufe und entdeckten die Gefangene.

Ein 53-jähriger, gebürtiger Südtiroler soll über 14 Tage eine Frau bei Verona unter einer großen Obstkiste nahe der Autobahn Mailand-Verona gefangen gehalten haben. Am Dienstag waren schließlich Arbeiter der Straßenmeisterei, die an der A4 Mäharbeiten durchführten, durch die Hilferufe der Frau auf sie aufmerksam geworden, berichtete die Südtiroler Tageszeitung Dolomiten in ihrer Freitagsausgabe.

Die Arbeiter alarmierten umgehend die Carabinieri, die dann in einer Obstwiese neben der Autobahn auf einem abgestellten Anhänger eine umgekippte Großkiste entdeckten. Darunter fanden sie, an Händen und Füßen gefesselt, die 44-jährige Polin. Diese erzählte schließlich, dass sie die Lebensgefährtin des Südtirolers sei, und es am 14. August zu einem Streit zwischen den beiden gekommen war.

Der 53-Jährige, der bei Verona einen landwirtschaftlichen Betrieb führt, soll schließlich gemeinsam mit einem polnischen Arbeiter seine Lebensgefährtin gefesselt und auf die Obstwiese gebracht haben. Hin und wieder soll die Frau einen Apfel und eine Flasche Wasser bekommen haben.

Der Südtiroler sitzt nun im Gefängnis von Verona in U-Haft. Ihm wird Freiheitsberaubung und Folter vorgeworfen. Auch der Pole, der dem 53-Jährigen geholfen haben soll, sitzt in U-Haft. Der Südtiroler selbst gibt laut Dolomiten zwar zu, seine Lebensgefährtin unter der Kiste eingesperrt zu haben, behauptet jedoch, dass sie dort nur wenige Stunden gewesen sei.