Chronik | Welt
13.08.2018

Publikum zum Hüpfen animiert: 300 Verletzte bei Tribüneneinsturz

Musiker hatten Fans bei Festival in spanischer Hafenstadt Vigo zum Springen aufgefordert.

Beim Einsturz einer Zuschauertribüne während eines Musikfestivals in der nordspanischen Stadt Vigo sind nach jüngsten Angaben mehr als 300 Menschen verletzt worden. Neun Besucher erlitten bei dem Unglück in der Nacht auf Montag schwere Blessuren, wie die Behörden mitteilten.

316 Menschen wurden medizinisch behandelt, die große Mehrheit habe leichte Verletzungen wie Quetschungen oder Schürfwunden erlitten, sagte der Gesundheitsbeauftragte der nordwestspanischen Region Galicien, Jesus Vazquez Almuina. Neun Verletzte seien mit Knochenbrüchen oder Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Holztribüne brach plötzlich zusammen

Die 30 Meter lange und zehn Meter breite Holztribüne an der Küste war voller Zuschauer, als sie während eines Rap-Konzerts beim Festival O Marisquino kurz vor Mitternacht plötzlich zusammenbrach. Vigos Bürgermeister Abel Caballero sagte, bei der Suche nach möglichen Opfern seien auch Taucher und eine Wärmebildkamera zum Einsatz gekommen.

"Menschen fielen auf mich drauf"

Die Konzertbesucherin Aitana Alonso sagte, alles habe sich in fünf Sekunden abgespielt. "Der Boden hat nachgegeben, und wir sind alle gefallen. Menschen fielen auf mich drauf." Sie fügte hinzu, dass sie sich nur schwer befreien konnte. Ihr Fuß habe festgesteckt. Schließlich habe ein Bursch ihr die Hand gereicht, und sie sei herausgekommen. Unter ihr habe jemand geschrien, dass er nicht herauskomme.

Zeugen sagten der Zeitung, die Tribüne sei beim ersten Lied der Rapgruppe Rels B eingestürzt. Diese habe das Publikum aufgefordert, zu springen.

Premier wünscht "rasche Genesung"

Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter seine "Solidarität mit den Verletzten des Festivals" und wünschte ihnen "rasche Genesung".