Chronik | Welt
11.01.2019

Wiener richtete in Ungarn Blutbad an

Zwei Tote und vier zum Teil lebensgefährlich Verletzte. Vor der Tat legte der Mann offenbar Feuer.

Ein Österreicher soll laut ungarischer Polizei am Donnerstagabend in der Ortschaft Kaptalanfa im Komitat Veszprem mit einer Pistole einen Menschen getötet und vier weitere Personen verletzt haben. Offenbar hatte der bewaffnete Mann das Haus seiner "Schwiegereltern" gestürmt und dort ein Feuer gelegt, anschließend schoss er auf die Familie. Einige der elf Kinder des Ehepaares flüchteten vor den Schüssen zu Nachbarn, hieß es.

Der Tatort liegt in der kleinen Ortschaft Kaptalanfa in Westungarn. Der 57-Jährige kam am Abend zum Elternhaus seiner Lebensgefährtin, sagte die Sprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums, Virag Aradi, am Freitag. Die Frau war zu ihren Eltern zurückgekehrt und hielt sich bei ihrer Familie auf. Der Polizeibericht legte nahe, dass sie den Mann verlassen hatte.

Zunächst dürfte der Vater (53) der Frau an Ort und Stelle getötet worden sein. Die Frau (seine Partnerin), deren Schwester (die auch schwere Brandverletzungen erlitt), deren Mutter und ein dreijähriges Kind dürften großteils durch Schüsse verletzt worden sein. Der 57-Jährige, der aus Wien stammen soll, habe sich danach selbst erschossen, berichtete die Sprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums, Virag Aradi.

Opfer in Lebensgefahr

Laut Aussendung der zuständigen Polizeibehörde befanden sich die 22-jährige Lebensgefährtin des Österreichers und deren dreijährige Schwester am Freitag weiter in Lebensgefahr. "Das Entsetzen in diesem friedlichen Dorf ist unvorstellbar", sagte Bürgermeister Gáspár Csordá  zur Onlinezeitung veol. Die Betroffenen beschrieb er als "fleißige Familie", der getötete Vater sei bei der Gemeinde beschäftigt gewesen. Laut einer Polizeisprecherin soll der mutmaßliche Täter in Wien leben. Das Motiv war offenbar, dass eine Lebensgefährtin zurück zu ihrer Familie gezogen ist.

Die ungarische Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts ein. Das Außenministerium in Wien bestätigte den Vorfall und dass es sich um einen österreichischen Staatsbürger gehandelt habe.