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Chronik Welt
01/11/2020

Nur kurze Pause für erschöpfte australische Feuerwehrleute

Sydney dankte den Feuerwehrleuten mit einer Foto-Installation auf dem Opernhaus. Der Kampf gegen Feuer muss weitgehen.

von Ulrike Botzenhart

Die Ausmaße der Katastrophe sind kaum vorstellbar: Mehr als 100.000 Quadratkilometer Land sind seit Beginn der Buschfeuer in Australien im Oktober schon verbrannt – weit mehr als die Fläche Österreichs ist damit vernichtet (Österreich: 83.879 ). Mindestens 26 Menschen kamen dabei ums Leben. Und noch immer frisst sich das Feuer vor allem durch den Südosten Australiens.

In der Nacht zum Samstag wurden die schlimmsten Ängste der Feuerwehrleute wahr: Angefacht durch Temperaturen von 44 Grad und starkem Wind verschmolzen an den Grenzen der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria drei Buschfeuer zum einem „Mega-Brand“. Es entstand damit ein durchgehendes Feuer in der Größe von 6.000 Quadratkilometern.

Helden in Sydney geehrt

Allein in New South Wales loderten am Samstag noch immer mehr als 140 Brände, mehr als 3.500 Feuerwehrleute waren dort im Einsatz. In Sydney, der Hauptstadt dieses Bundesstaates, dankte man ihnen Samstagabend für ihren lebensgefährlichen Einsatz mit Projektionen von Fotos von Feuerwehrleuten und Rettungskräften auf den Außenflächen des weltweit berühmten Opernhauses.

"Botschaft der Hoffnung und Stärke"

„Heute Abend erleuchten wir die Segel des Opernhauses von Sydney, um unsere Unterstützung für alle zu zeigen, die von den australischen Buschbränden betroffen sind“, war im Twitter-Feed des Opernhauses zu lesen. „Wir wollen eine Botschaft der Hoffnung und Stärke senden, und besonders den Rettungskräften und Freiwilligen für ihren unglaublichen Einsatz und ihren Mut danken“, hieß es dort weiter.

Die ermatteten Einsatzkräfte hofften am Samstag zumindest auf eine Verschnaufpause durch aufkommenden Regen und niedrigere Temperaturen. Die für Katastrophen zuständige Ministerin Lisa Neville hieß den Regen zwar „willkommen“, warnte aber zugleich vor möglichen plötzlichen Überschwemmungen. Diese wären „außergewöhnlich gefährlich für unsere Feuerwehr- und Rettungsleute“.