© REUTERS/Carlos Jasso

Chronik Welt
12/11/2019

Nackter Nationalheld, erigierter Penis: Demonstranten stürmen Museum

Demonstranten riefen homophobe Parolen. Sie wollen ein Museum in Mexiko-Stadt täglich belagern, bis ein Gemälde Emiliano Zapatas entfernt wird.

Ein Gemälde, das den mexikanischen Nationalhelden Emiliano Zapata nackt auf einem Pferd zeigt, sorgt derzeit in Mexiko für Aufruhr. Mehrere hundert Demonstranten stürmten am Dienstag das Museum Palacio de Bellas Artes in der Hauptstadt Mexiko-Stadt, in dem das 2014 fertig gestellte Werk mit dem Titel „La Revolucion“ von Fabian Chairez gezeigt wird. Sie drohten, das Gemälde zu verbrennen.

Mexikos Diktator Porfirio Diaz stützt seine Gewaltherrschaft auf eine kleine Gruppe reicher Grundherren, die das Land unter sich aufteilen. Gegen Diaz erheben sich 1910 einerseits die Bauern und  Landarbeiter, im Norden unter der Führung von Pancho Villa, im Süden als revolutionäre Miliz unter Emiliano Zapata.

Gemeinsam mit bürgerlich-liberalen Oppositionellen gelingt es, Diaz zu stürzen, doch die Revolution geht weiter und das Land versinkt immer tiefer im politischen Chaos. Die Spaltung zwischen bürgerlichen und radikalen sozialistischen Kräften wird immer deutlicher.

Schließlich übernimmt die „Partei der institutionellen Revolution“ PRI 1929 die Kontrolle über das Land und regiert für 70 Jahre.

Die Demonstranten, vornehmlich Landarbeiter aus Zapatas Heimatstaat Morelos, stören sich unter anderem an der Nacktheit ihres feminin dargestellten Helden, der zudem einen rosafarbenen Hut und Stilettos trägt. Zudem hat das Pferd einen erigierten Penis.

Die Demonstranten, die sich mehrere Stunden vor Ort aufhielten, brüllten homophobe Beleidigungen und kündigten an, jeden Tag wiederzukommen, bis das Bild abgehängt werde. Die Ausstellung findet zum 100. Jahrestag des Todes von Zapata statt. Das Gemälde ziert auch den Titel des Ausstellungskatalogs.

Der bis heute verehrte Zapata war 1910 maßgeblich am Sturz von Diktator Porfiro Diaz beteiligt. Sein Enkel Jorge Zapata droht dem Künstler Chairez wegen des Gemäldes mit einer Klage.
 

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