Chronik | Welt
28.08.2018

Nach vier Jahren schafft es ein Flüchtlingsboot wieder nach Australien

Die Migranten aus Vietnam flohen anschließend in einen Krokodil-Mangrovenwald.

Zwei Tage nach der Havarie eines vietnamesischen Flüchtlingsboots vor der Küste Australiens sind nach Medienberichten alle Bootsinsassen in Behördengewahrsam. Die letzten beiden von 17 Menschen an Bord des Schiffs, das am Sonntag vor dem Bundesstaat Queensland aufgrund gelaufen war, wurden am Dienstag in der Früh festgenommen, wie der Sender ABC unter Berufung auf die Rettungsdienste berichtete.

Die Menschen waren in den Mangrovenwald beim Daintree River in Queensland geflohen. Das Flüchtlingsboot war das erste seit fast vier Jahren, das Australien erreichte.

Der Urwald am Daintree River ist Lebensraum zahlreicher gefährlicher Raubtiere und Reptilien wie Krokodile und Giftschlangen. Die Behörden sahen die Geflüchteten daher in Gefahr. Laut der Zeitung "Cairns Post" handelte es sich bei den zuletzt Aufgegriffenen um den Kapitän sowie einen weiteren Bootsmann, die von Schleuserkomplizen abgeholt werden wollten.

Das Flüchtlingsschiff kam nach Angaben von Innenminister Peter Dutton aus Vietnam. Die Behörden würden sich darum kümmern, dass die Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer zurückgebracht würden, sagte Dutton am Montag.

Australien lässt Bootsflüchtlinge grundsätzlich nicht ins Land. Stattdessen werden sie entweder zurückgeschickt oder in Lagern auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus und auf der Pazifikinsel Nauru interniert, wo sogar anerkannte Asylbewerber landen. Anerkannte Flüchtlinge will Canberra von den Lagern in Drittstaaten umsiedeln.