Chronik | Welt
08.11.2018

Ex-Marine tötet 12 Menschen in Bar in Kalifornien

Der Schütze, ein 28-jähriger Ex-Soldat, tötete sich offenbar selbst.

Erneut hat ein bewaffneter Angreifer in den USA ein Blutbad angerichtet. Nach Polizeiangaben drang ein Mann in eine Bar in Kalifornien ein und erschoss zwölf Teilnehmer einer Party für College-Studenten. Auch der Angreifer selbst sei tot, sagte der zuständige Sheriff. Unter den Todesopfern war auch ein Polizist, der nach einem Notruf als einer der ersten zum Tatort geeilt war.

Nach ersten Informationen handelt es sich bei dem Schützen um einen 28-jährigen ehemaliges Mitglied der Marines. Er diente von August 2008 bis März 2013. Nach der Bluttat tötete er sich offenbar selbst, berichtet der Sheriff. Die einzige Waffe, die der ehemalige Soldat bei seinem Verbrechen verwendet hat, war eine Glock Pistole vom Kaliber .45, sagte der Sheriff des Verwaltungsbezirks Ventura, Goeff Dean. Über das Motiv herrschte noch Rätselraten. Der Name des Täters wurde mit Ian David Long angegeben, er soll wegen "kleinerer Vorfälle" der Polizei bekannt gewesen sein. Dazu gehörten ein Autounfall und eine Beschwerde wegen Ruhestörung.

Der mit einer Schusswaffe bewaffnete Mann betrat am späten Mittwochabend die "Borderline Bar and Grill" in Thousand Oaks nahe Los Angeles und feuerte in die Menge von feiernden jungen Leuten. Zum Zeitpunkt des Angriffs fand in der Disco-Bar eine Country-Party für College-Studenten statt, an der laut Polizei mehrere hundert Besucher teilnahmen. Mehr als ein Dutzend Gäste seien mit Verletzungen aus dem Lokal gebracht worden oder hätten sich selbst gerettet.

"Wir haben noch keine Ahnung, ob es einen terroristischen Hintergrund gibt oder nicht, die Untersuchungen laufen noch."

Der Vorfall ereignete sich um etwa 23.20 Uhr (Ortszeit) etwa 60 Kilometer von Los Angeles entfernt nahe Malibu. Wie die Zeitung " Ventura County Star" berichtete, soll der Schütze mindestens 30 Schüsse abgefeuert haben. Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. "Ein Mann kam durch die Eingangstür und hat auf das Mädchen am Empfang geschossen", sagte Holden Harrah unter Tränen dem Sender CNN. "Ich weiß nicht, ob sie noch lebt."

Ein anderer Zeuge sagte laut Sender ABC, der Täter habe auf einen Wachmann geschossen und Rauchbomben geworfen. Dann habe er das Feuer auf die anderen Menschen in dem Lokal eröffnet. "Er hat einfach weitergeschossen."

Eine junge Frau beschrieb, wie sie sich von der Tanzfläche zum Hintereingang flüchtete. "Die Leute haben mit Sesseln die Fenster eingeschlagen, um rauszukommen", sagte sie dem Sender ABC7. Der 20-jährige College-Student Matt Wennerstron schilderte vor Reportern, der Angreifer habe mit einer halbautomatischen Pistole gefeuert. Als er nachgeladen habe, hätten er und seine Freunde die Gelegenheit zur Flucht ergriffen, indem sie mit einem Barhocker ein Fenster einschlugen und ins Freie kletterten.

"Es war ein normaler Mittwoch, wir hatten Spaß und haben getanzt", berichtete Jasmin Alexander, die mit einer Gruppe von Freunden an der wöchentlich stattfindenden Party teilnahm. "Plötzlich hörten wir das 'Peng, Peng' von Schüssen und alle drehten durch und haben gedrängelt."

Die Beschreibungen des mutmaßlichen Täters gingen auseinander. Ein Zeuge sagte, der Schütze habe ausgesehen, als komme er aus dem Nahen Osten, andere sprachen von einem Weißen. Übereinstimmend wurde er als in Schwarz gekleidet, mit langem Mantel und teilweise vermummt beschrieben.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass Polizisten und Feuerwehrleute rund eine Stunde nach den Schüssen das Gebäude betraten. Bilder von ABC7 zeigten Einsatzkräfte, die Verletzte versorgten. Sheriff-Sprecher Garo Kuredjian beschrieb die Gegend als normalerweise sehr sicher.

 

Trump dankt Rettungskräften

US-Präsident Donald Trump hat nach den tödlichen Schüssen in einer Bar in Kalifornien die Rettungskräfte gelobt. Er sei über die Einzelheiten des Vorfalls informiert worden, schrieb Trump am Donnerstag bei Twitter. Der Täter sei tot, genau wie der erste Polizist, der die Bar betreten habe. „Die Polizei hat großen Mut gezeigt“, schrieb Trump. „Möge Gott die Opfer und ihre Familien segnen. Dank an die Rettungskräfte.“