Ex-Premier Najib Razak am Mittwoch auf dem Weg ins Gericht in Kuala Lumpur

© APA/AFP/MOHD RASFAN

Chronik Welt
04/03/2019

Malaysias Ex-Premier droht lebenslange Haft

Die Plünderung des malaysischen Staatsfonds beschäftigt Staatsanwälte von New York bis Zürich, von Singapur bis Kuala Lumpur.

von Susanne Bobek

Wegen Korruption und Veruntreuung mehrerer Hundert Millionen Euro aus der Staatskasse muss sich Malaysias langjähriger Ministerpräsident Najib Razak seit Mittwoch vor Gericht verantworten. In der Hauptstadt Kuala Lumpur begann am Mittwoch ein erster Prozess gegen den 65-Jährigen. Weitere Verfahren sollen folgen. Najib droht lebenslange Haft.

Hintergrund ist die Affäre um einen Staatsfonds namens 1MDB, den er selbst gegründet hatte. Daraus soll er mehr als 600 Millionen Euro auf private Konten abgezweigt haben. Der Ex-Premier weist alle Vorwürfe zurück.
Als Regierungschef stand Najib von 2009 bis 2018 an der Spitze des südostasiatischen Landes. Bereits während seiner Amtszeit gab es immer wieder Vorwürfe gegen ihn und auch gegen seine Frau Rosmah Mansor. Bei der Parlamentswahl im vergangenen Mai wurde er überraschend geschlagen. Wegen des Falls wird inzwischen in verschiedenen Ländern ermittelt, auch in der Schweiz und den USA. Trotz der schweren Vorwürfe sind Najib und Rosmah gegen Kaution auf freiem Fuß.

Der Freund von Leonardo DiCaprio

Als Drahtzieher der großen Plünderung von Steuergeld gilt Low Taek Jho, besser bekannt als Jho Low, ein Jugendfreund von Razaks Sohn. Mit Hilfe von Golman Sachs und auch von Schweizer Banken kümmerte er sich um die Anlage von Milliarden Dollar aus Malaysia. Jho Low brachte es innerhalb von wenigen Jahren zu gigantischem Reichtum.

 

Ihm gehörte eine 92-Meter-Superyacht, auf der er viele Hollywoodstars bewirtete. Ihm gehörten Villen, ein Bombardier-Flugzeug und Rechte am Film "The Wolf of Wall Street. Jho Low feierte ausgiebig auf der ganzen Welt und suchte vor allem die Freundschaft zu Superstars wie Leonardo DiCapripo. Jetzt ist er unauffindbar, seine Anwälte sprechen vom "ungesetzlichen Handeln des Regimes von Mahatir Mohamad, dem neuen Premier von Malaysia. Der veranlasste zum Beispiel, dass  die Luxus-Yacht, die  250 Millionen Dollar wert sein soll, beschlagnahmt wurde, weil sie mit gestohlenem Steuergeld bezahlt worden war.

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