10 Tote nach Schüssen an Schule: Schüler erhielten "verstörende" Fotos

Ein langes, flaches Gebäude mit mehreren Autos davor steht vor einem schneebedeckten Gelände und bewaldeten Hügeln im Hintergrund.
Bei einem Schusswaffenangriff an einer Schule in Tumbler Ridge (Kanada) wurden 10 Menschen getötet. Darunter soll sich auch die mutmaßliche Schützin befinden.

Zusammenfassung

  • Bei einem Schusswaffenangriff an einer Schule in Tumbler Ridge, Kanada, wurden zehn Menschen getötet, darunter die mutmaßliche Täterin.
  • Die Polizei geht davon aus, dass die Täterin sich das Leben nahm, und sieht keine weitere Gefahr für die Öffentlichkeit.
  • Die Tat zählt zu den schwersten Schusswaffenangriffen in Kanada, die Schule bleibt geschlossen und Hilfsangebote stehen bereit.

Bei einem der folgenschwersten Schusswaffenvorfälle in der Geschichte Kanadas sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sei auch eine Frau, die nach ersten Erkenntnissen als Täterin gilt, teilte die Polizei am Dienstag (Ortszeit) in der Provinz British Columbia mit.

Kanada: Schusswaffenangriff weckt Erinnerungen

Ihre Leiche wurde demnach in einer Schule in der Ortschaft Tumbler Ridge gefunden, wo zuvor durch Schüsse sieben Menschen zu Tode kamen und etwa zwei Dutzend weitere verletzt wurden. An einem zweiten Ort, der wahrscheinlich mit der Tat in Verbindung stehe, seien zwei weitere Tote gefunden worden. Die Hintergründe sind noch unklar. Die Gewalttat weckt Erinnerungen an Amokläufe, wie sie sonst eher aus den benachbarten USA bekannt sind.

Schüler haben "verstörende" Fotos erhalten

Ein Schüler berichtete dem kanadischen Sender CBC von den Ereignissen. Er habe sich im Unterricht befunden, als eine Durchsage kam, dass in der Schule eine Ausgangssperre verhängt worden sei. Zunächst habe er "nicht gedacht, dass irgendetwas los ist", doch dann habe er "verstörende" Fotos über das Blutbad in der Schule erhalten, sagte der Schüler. Dann "wurde mir klar, was passierte", fügte er hinzu. 

Er habe zwei Stunden in der Ausgangssperre ausharren müssen, ehe die Polizei das Schulgebäude stürmte, alle anwies, die Hände zu heben und sie schließlich aus der Schule eskortierte.

"Unglaublich schwieriger Tag"

Es sei eine "sich rasch entwickelnde und dynamische Lage" gewesen, erklärte der Kommandant der örtlichen Polizei, Ken Floyd. "Das war ein unglaublich schwieriger und emotionaler Tag für unsere Gemeinde", fügte er hinzu.

Die Täterin habe sich allem Anschein nach das Leben genommen, erklärte die Polizei. Von weiteren Verdächtigen oder einer anhaltenden Gefahr für die Öffentlichkeit werde nicht ausgegangen. Nähere Angaben zu der Frau machte die Behörde zunächst nicht. Dass es sich um eine Täterin handeln soll, ist ungewöhnlich. Vergleichbare Taten wurden in Nordamerika bisher fast immer von Männern verübt.

"Es ist schwer, in einer Nacht wie dieser die richtigen Worte zu finden", sagte der Ministerpräsident von British Columbia, David Eby. "Das ist die Art von Dingen, von denen man das Gefühl hat, dass sie an anderen Orten passieren und nicht in der eigenen Heimat." 

Schule bleibt geschlossen

Tumbler Ridge ist eine abgelegene Ortschaft mit rund 2.400 Einwohnern. Sie liegt etwa 1.155 Kilometer nordöstlich von Vancouver. An der Tumbler Ridge Secondary School gibt es 160 Schüler im Alter von zwölf bis 18 Jahren. Sie bleibt für den Rest der Woche geschlossen. Für Betroffene stehen Hilfsangebote zur Verfügung.

Der kanadische Premierminister Mark Carney verschob seine eigentlich für Mittwoch geplante Reise zur Münchner Sicherheitskonferenz. "Ich bin erschüttert über die schreckliche Schießerei von heute", schrieb er auf der Online-Plattform X. "Meine Gebete und mein tiefstes Beileid gelten den Familien und Freunden, die durch diese schrecklichen Gewalttaten geliebte Menschen verloren haben."

Der Angriff zählt zu den tödlichsten in der kanadischen Geschichte. Im April 2020 erschoss ein als Polizist verkleideter 51-jähriger Mann in der Provinz Nova Scotia 22 Menschen, bevor er von der Polizei getötet wurde. Bei der schlimmsten Schießerei an einer kanadischen Hochschule tötete ein Bewaffneter im Dezember 1989 in Montreal 14 Studentinnen und beging anschließend Suizid.

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