Chronik | Welt
31.08.2018

Jakobsmuschel-Fischer wollen jetzt Frieden

Die Briten halten sich an keine Schonzeiten, die Franzosen hoffen auf den Brexit

Um die Jakobsmuschel-Bestände vor der Küste der Normandie ist ein Kleinkrieg zwischen französischen und britischen Fischern entbrannt. Während die Franzosen sich an strenge Auflagen halten und beispielsweise nur vom 1. Oktober bis zum 15. Mai fischen, haben die Briten keinerlei Auflagen außerhalb der Zwölf-Meilen-Zone. Diese Woche kam es zu einer wilden Seeschlacht, französische Boote drängten britische Boote ab und zwangen sie zur Flucht. Es sollen Steine und Rauchbomben geflogen sein.

Nun verhandelten die Landwirtschaftsminister beider Länder endlich miteinander, nachdem ein britischer Fischereiverband die Regierung in London um Begleitschutz gebeten hatte. Eine Art Waffenstillstand wurde ausgehandelt, bis nächste Woche Fischer und Händler direkt miteinander sprechen sollen. Aus Sicht der Franzosen kann es nur einen Kompromiss geben: Dass sich auch die Briten an Schonzeiten und umweltfreundliche Fangmethoden halten.

Rund 50 Muschelfischer aus der Normandie hatten die fünf britischen Boote am Dienstag umzingelt und in die Flucht geschlagen. Wie zum Beweis war auch ein Schiff der französischen Küstenwache zugegen, griff aber nicht ein.

Hoffen auf Brexit

Die französischen Fischer freuen sich bereits auf den Brexit. Dann hätten die Briten keinen Zugang mehr zu diesen Fangzonen, die zum Territorium der EU zählen. Den britischen Booten, werfen die Franzosen vor, dass sie wie Fischfabriken agieren und tonnenweise Fisch fangen, ohne sich um Schonzeiten zu kümmern. Doch die Franzosen wollen ihre Jakobsmuscheln als Delikatesse auch noch kommenden Generationen hinterlassen und reagieren immer wütender auf britische Fischer-Rowdys.