Chronik | Welt
10.10.2018

Hurrikan "Michael": Florida steht vor gigantischen Schäden

US-Präsident Trump spricht von einem "Monster". Chef der Katastrophenschutzbehörde: Heftigster Sturm in Region seit 1851.

Mit großer Wucht ist der Hurrikan "Michael" an der Küste des US-Bundesstaats Florida auf Land getroffen. Der Hurrikan der zweithöchsten Kategorie ist am Mittwoch nordwestlich von Mexico Beach mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern auf die Küste gestoßen.

Der Sturm habe noch einmal an Kraft zugelegt. Dem Hurrikan fehlten nur zwei Stundenkilometer Windgeschwindigkeit, um in die höchste Kategorie 5 eingestuft zu werden. Das Zentrum warnte vor Sturmfluten, die eine Höhe von mehr als vier Metern erreichen könnten. Florida bereitete sich auf gigantische Schäden vor.

"Entlang unserer Küste werden Gemeinden unvorstellbare Zerstörung sehen", sagte Floridas Gouverneur Rick Scott am Mittwochmorgen. "Das ist der schlimmste Sturm, den die Florida-Panhandle in hundert Jahren gesehen hat." Als "Panhandle" (Landzipfel oder Pfannenstiel) wird der Teil Floridas nordwestlich der Halbinsel bezeichnet, wo der Sturm auf Land traf.

Zu spät zum Flüchten

Floridas Senator Bill Nelson warnte im Sender CNN vor einer "Wasserwand". Straßen würden unbenutzbar werden. In manchen Gebieten werde der Strom womöglich über Wochen ausfallen.

Scott hatte am Mittwochmorgen mitgeteilt, es sei nun zu spät, das Gebiet an der Küste zu verlassen. Es sei nicht mehr sicher zu reisen. "Jetzt ist die Zeit, Schutz zu suchen." Nothelfer würden nicht in der Lage sein, inmitten des Sturms auszurücken. Auf der "Panhandle" seien 54 Schutzunterkünfte geöffnet worden.

"Sobald 'Michael' vorbeigezogen ist, werden wir eine massive Welle der Unterstützung haben", sagte Scott. Sofort nach dem Sturm würden 1.000 Rettungskräfte ihren Einsatz beginnen. Auch 3.500 Angehörige der Nationalgarde stünden bereit. US-Präsident Donald Trump habe alle verfügbaren Bundesmittel zugesagt, um Florida zu unterstützen.

Sturm wurde immer stärker

Trump sagte, der ursprünglich kleine Sturm habe sich zu einem "Monster" ausgewachsen. Der Chef der Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, sagte: "Dies wäre der intensivste Hurrikan seit 1851, der diese Gegend getroffen hat, wenn ich mich recht erinnere."

Am Dienstag war der Sturm zunächst zu einem Hurrikan der Kategorie 3 hochgestuft worden, in der Nacht zu Mittwoch dann zu Kategorie 4. Die Behörden hatten zahlreiche Menschen eindringlich dazu aufgerufen, das betroffene Gebiet zu verlassen. Long sagte: "Wir sind besorgt, dass viele Bürger sich dazu entschlossen haben, die Warnungen nicht zu befolgen."

Trump kündigte an, das Katastrophengebiet voraussichtlich am Sonntag oder Montag zu besuchen. In Panama City Beach und anderen tiefer gelegene Gebiete waren nach CNN-Angaben 2,4 Millionen Anrainer aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Mitte September hatte Tropensturm "Florence" die Südostküste der USA getroffen und vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht. Mehrere Dutzend Menschen kamen durch "Florence" und die Folgen des Sturms ums Leben. Die Katastrophenschutzbehörde Fema warnte, "Michael" werde auch North und South Carolina starken Regen bringen - dabei sei das Wasser von "Florence" noch nicht vollständig abgeflossen.