Wohnhaus in Marseille eingestürzt: Zahl der Todesopfer steigt auf vier

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Möglicherweise Gasexplosion als Ursache. Suche nach Überlebenden geht weiter.

Nach dem Einsturz eines Gebäudes in der Innenstadt von Marseille haben Rettungskräfte eine dritte und vierte Person tot aus den Trümmern geborgen. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Montagvormittag mit. Bereits in der Nacht waren zwei Menschen tot in dem Geröll gefunden worden.

Die Feuerwehr setzte ihre Suche nach Verschütteten unterdessen fort. „Solange es Hoffnung gibt, Lebende zu finden, hören wir nicht auf“, sagte Marseilles Bürgermeister Benoît Payan Montagfrüh.

Vermisste Nachbar meldet sich bei Angehörigen

Acht Bewohner des eingestürzten Hauses galten als vermisst. Zeitweise wurde auch befürchtet, ein Mann aus einem angrenzenden Haus könne unter den Trümmern sein. Mittlerweile habe er sich aber bei seinen Angehörigen gemeldet, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Feuer könne wieder aufflammen

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Das Feuer, das nach dem Einsturz unter dem Geröll entstand, war zunächst nicht vollständig gelöscht. Bürgermeister Payan sagte, es könne zu jedem Zeitpunkt wieder aufflammen.

In der Nacht auf Sonntag war ein vierstöckiges Haus in der Rue Tivoli im fünften Marseiller Arrondissement eingestürzt. Auch Teile der beiden benachbarten Häuser wurden dabei heruntergerissen. Einige Stunden später brach eines der danebenstehenden Häuser in sich zusammen.

Gasexplosion als Ursache vermutet

Möglicherweise habe eine Gasexplosion den Einsturz verursacht, sagte neben Staatsanwältin Dominique Laurens auch der Präfekt der Region, Christophe Mirmand. Fünf Menschen aus benachbarten Gebäuden wurden bei dem Unglück verletzt. Mehr als 30 Häuser wurden sicherheitshalber evakuiert. Der französische Staatschef Emmanuel Macron dankte den Rettungskräften via Twitter. Seine Gedanken seien bei den Betroffenen und ihren Angehörigen, schrieb Macron.

Zeugen beschrieben den Vorfall: Die gewaltige Explosion habe das Zimmer erschüttert, in dem sie geschlafen habe, sagte eine Anrainerin aus einer der benachbarten Straßen. „Ich wurde wachgerüttelt, als hätte ich geträumt“, sagte sie. „Wir haben sehr schnell einen starken Gasgeruch gerochen, der noch bis heute morgen zu riechen war.“

Im November 2018 waren beim Einsturz zweier Gebäude in Marseille acht Menschen ums Leben gekommen. Die beiden Häuser befanden sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Bei dem nun eingestürzten Gebäude gab es jedoch nach Angaben des Bürgermeisters wie des Präfekten keinerlei Hinweise auf Baufälligkeit. „Wir haben es hier nicht mit einer Straße mit schlechten Wohnverhältnissen zu tun“, sagte Bürgermeister Payan.
 

 

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