Chronik | Welt
06.09.2018

Fukushima: Der erste Mensch ist gestorben

Japan bestätigt: Ein Mann, der im Unglücksreaktor im Einsatz war, starb deshalb an Krebs.

In Japan ist erstmals ein Todesfall in Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima bestätigt gegeben worden. Ein früherer Mitarbeiter sei beim Einsatz an dem Unglücksreaktor atomarer Strahlung ausgesetzt gewesen und habe dadurch Lungenkrebs entwickelt, berichteten japanische Medien am Donnerstag unter Berufung auf Behördenangaben.

Der Mann sei von März bis Dezember 2011 an der Unglücksstelle im Einsatz gewesen und sei dort vor allem für Strahlenmessung zuständig gewesen. Nach Angaben der Agentur Jiji hatte die Regierung bereits in vier Fällen Schmerzensgeld für Krebserkrankungen nach der Fukushima-Katastrophe gezahlt. Dies sei nun der erste bestätigte Todesfall.

Im Atomkraftwerk Fukushima kam es im März 2011 nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami zur Kernschmelze. Radioaktivität trat aus und verseuchte weite Gebiete. Es war das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986.

In den meisten Gebieten der Katastrophenregion ist die Strahlung inzwischen wieder auf einem normalen Stand. Ein Sperrgebiet um den Unglücksreaktor darf aber weiterhin nicht betreten werden.

Zwei Tote bei Erdbeben

Bei dem schweren Erdbeben der Stärke 6,7 im Norden Japans sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte ein Sprecher der Regierung am Donnerstag mit. Mehr als 120 Menschen wurden örtlichen Medienberichten zufolge verletzt. Mehr als 30 Menschen wurden zunächst noch vermisst, nachdem Erdrutsche Häuser in der Stadt Atsuma verschüttet hatten.

Das Fernsehen zeigte Bilder von teils völlig zerstörten Häusern und Straßen. Das Beben hatte Japans nördlichste Hauptinsel Hokkaido in der Nacht um kurz nach 03.00 Uhr (Ortszeit) erschüttert. In rund drei Millionen Haushalten fiel der Strom aus.

Kurz zuvor hatte auch ein gewaltiger Taifun Japan heimgesucht, mehrere Menschen starben. Der bei dem Sturm teils überschwemmte Flughafen Kansai in der westlichen Provinz Osaka werde an diesem Freitag für den Inlandsflugverkehr wieder geöffnet, wie die Regierung weiter bekanntgab. Auch der internationale Flugbetrieb werde wieder aufgenommen, sobald der Flughafen wieder dazu bereit sei, hieß es.