Chronik | Welt
05.07.2018

Freiheitsstatue in New York wegen Protestaktion gesperrt

Frau kletterte aus Protest gegen Einwanderungspolitik von US-Präsident Trump auf den Sockel des Denkmals.

Die New Yorker Freiheitsstatue ist am Mittwoch wegen einer dramatischen Protestaktion gegen die umstrittene Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump gesperrt worden. Eine Frau, die am Nationalfeiertag der USA auf den Sockel der Touristenattraktion geklettert war, kam nach Behördenangaben erst nach stundenlangen Verhandlungen mit der Polizei wieder herunter und wurde festgenommen.

Mehr als 2.000 Touristen warteten vergeblich auf eine Bootsfahrt zur Freiheitsstatue. Die Frau, die ein T-Shirt mit der Aufschrift "Rise and Resist" (Steht auf und wehrt euch) trug, habe nicht auf Rufe der Polizei reagiert und sich geweigert, von dem Denkmal auf Liberty Island herunterzukommen, sagte ein Sprecher der für die Freiheitsstatue zuständigen US-Nationalparkbehörde der Nachrichtenagentur AFP.

Die Frau kündigte demnach an, die auch Lady Liberty genannte Statue erst zu verlassen, wenn alle Einwandererkinder, die an der Grenze zu Mexiko von ihren Eltern getrennt wurden, wieder bei ihren Familien seien.

Bei ihrer Protestaktion umrundete die Frau einmal den Sockel der Freiheitsstatue und wurde erst nach fast vier Stunden von Polizisten nach unten begleitet. Sie wurde sofort in Gewahrsam genommen. Nach Angaben des Behördensprechers droht ihr eine Anklage wegen unerlaubten Betretens eines Grundstücks und Besitzstörung.

Örtliche Medien hatten zunächst berichtet, die Frau gehöre zu einer Gruppe von Demonstranten, die zuvor an der Freiheitsstatue gegen Trumps Einwanderungspolitik protestiert hatten. Die Protestveranstalter von der Organisation Rise and Resist NYC erklärten jedoch, die Frau gehöre nicht zu der Gruppe.

Sechs Festnahmen

Bei der Demonstration wurden ebenfalls mindestens sechs Menschen festgenommen, weil sie ein Spruchband an den Sockel der Freiheitsstatue gehängt hatten, auf dem zu lesen war: "Schafft ICE ab". Damit bezogen sich die Demonstranten auf die US-Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE).

Die Einwanderungsbehörde steht mit im Zentrum der Kritik an Trumps Einwanderungspolitik. Für eine Welle der Empörung hatte zuletzt die umstrittene Praxis gesorgt, Einwandererfamilien an der Grenze zu Mexiko zu trennen. Inzwischen stoppte Trump diese Praxis zwar, die Kritik an seiner harten Einwanderungspolitik reißt aber nicht ab.

Die Freiheitsstatue war 1876 ein Geschenk Frankreichs an die Vereinigten Staaten zur Hundertjahrfeier der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776. Seitdem thront die 46 Meter hohen Kupferstatue mit ihrer siebenstrahligen Krone und der vergoldeten Fackel in der Hand über dem New Yorker Hafen. Sie verkörperte für Millionen von Einwandern, die einst auf der benachbarten Insel Ellis Island auf die Einreiseerlaubnis in die USA warteten, die Hoffnung auf ein besseres Leben.