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Chronik | Welt
03/18/2019

Das Rätsel um Jack the Ripper scheint gelöst

Forscher konnten die DNA auf einem Schal dem damals Hauptverdächtigen zuordnen.

Jack the Ripper ging als einer der brutalsten Mörder aller Zeiten in die Kriminalgeschichte ein. Im Jahr 1888 ermordete der Unbekannte in London mindestens fünf Frauen. Bis heute gilt der Fall bei Scotland Yard als ungelöst. Denn gefasst und verurteilt werden konnte er nie.

Ein Schal als Indiz

Jetzt haben Forscher aus Liverpool Blutspuren auf einem Schal, eines der wenigen Indizien, die zu seiner Überführung hätten beitragen können, auf DNA-Spuren untersucht. Im "Journal of Forensic Sciences" veröffentlichten sie ihre Ergebnisse: Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit war der damalige Hauptverdächtige, der 23-jährige polnische Barbier Aaron Kosminski der gesuchte Mörder, den sie in London Jack the Ripper nannten. Die Forscher fanden anhand der DNA heraus, dass der Mann braune Augen und braune Haare gehabt haben muss. Dann wurden Kosminskis noch lebende Verwandte gesucht und deren DNA mit der ihres Vorfahren abgeglichen.

Morde verbreiteten Angst und Schrecken

Jack the Ripper ging als blutrünstiger Mörder in die Geschichte ein. Er brachte seine Opfer nicht nur um, sondern weidete sie aus, verteilte ihre Organe um sie herum und nahm sich Souvenirs mit, die er – laut eigenen Aussagen in Briefen, die er später verschickte – verspeiste. Er versetzte das London der späten 1880er-Jahre in Angst und Schrecken. Nach Einbruch der Dunkelheit trauten sich viele Menschen nicht mehr aus ihren Häusern, aus Angst, sein nächstes Opfer zu werden.

Die Ermittler von Scotland Yard hatten nicht viel Beweismaterial. Nur einen Schal, den sie bei Opfer Nummer vier, Catherine Eddowes, fanden. Diese konnten sie auch mit einem anderen Opfer in Verbindung bringen. Allerdings hatten die Ermittler damals noch nicht die Möglichkeiten, die sie heute haben, nämlich DNA-Spuren zu analysieren - und so einen Täter zu identifizieren.

130 Jahre später scheint das Rätsel um Jack the Ripper endlich gelöst zu sein.