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Chronik Welt
01/05/2019

Brand in Escape-Room in Polen: Spiel mit tödlichem Ausgang

Fünf junge Frauen starben durch Feuer in einem Escape Room in Polen. Österreich hat hohe Brandschutzvorgaben.

von Hedwig Derka

60 Minuten, um versteckte Hinweise zu finden, kniffelige Aufgaben im Team zu lösen und damit die Türen des Escape Room zu entriegeln: Für fünf junge Polinnen endete das Spiel Freitagabend tödlich. Die Teenager im Alter von etwa 15 Jahren kamen bei einem Brand in der Großstadt Koszalin ums Leben, ein Mann (25) wurde schwer verletzt.

„Es ist eine verheerende Tragödie“ twitterte Polens Präsident Andrzej Duda. Die fröhliche Runde wollten in einem Escape Room Geburtstag feiern, als in einem Nebenraum das Feuer ausbrach. Die Mädchen konnten sich nicht befreien. Noch ist die Ursache des Unglücks unklar. Für Polens Innenminister steht jetzt schon fest, dass die Brandschutzmaßnahmen in allen Escape-Räumen des Landes ab sofort streng überprüft werden sollen.

Sicherheitsstandards

„Für uns ist die Sicherheit der Spieler extrem wichtig“, sagt eine Escape-Room-Insiderin aus Wien: „In Österreich wird Brandschutz sehr groß geschrieben.“ Zudem werden die Türen nicht zwingend versperrt, Fluchtwege sind gut sichtbar beschildert, Brandmelder und Feuerlöscher funktionstüchtig. Alle Schutzmaßnahmen würden regelmäßig und freiwillig überprüft. Nicht zuletzt bleibt der Kontakt zwischen Eingesperrten und Außenwelt aufrecht – fernmündlich oder via Videoüberwachung.

Flucht-Spiele stammen ursprünglich aus Japan: „Crimson Room“ kam 2004 für Computer auf den Markt. Sein Ziel: den Ort der Gefangenschaft zu verlassen. China und die USA setzten den Trend in die reale Welt um. In Europa verbreiteten sich die Live-Versionen ab 2011 von Budapest aus. Auch in Wien konnten sich zahlreiche Anbieter etablieren. In der Besucher-Bewertung der Online-Plattform „Tripadvisor“ verzeichnen hier „Crime Runners“ (crimerunners.at), „Escape Mission“ (www.escapemission.at) und „Time Trap – The Great Escape“ (time-trap.at) die meisten Bestnoten.

Ob Mörderjagd, Erpressungsfall, Detektiv-Arbeit oder Gruselkeller – die Themen der Betreiber variieren, die Spielregeln gelten allerorts: Innerhalb einer vorgegeben Zeit muss die „Schnitzeljagd“ erfolgreich abgeschlossen sein. Mittlerweile entwickeln nicht mehr nur kreative Privatpersonen die Geschichten hinter den verschlossenen Türen, sondern auch Firmen. In den USA wird seit einiger Zeit mit Virtual Reality experimentiert. Dort bewegen sich Besucher mit speziellen Brillen durch computeranimierte Welten. Zielgruppe sind überall Spielernaturen, Querdenker, Firmen, Vereine oder – wie in Polen – Geburtstagsgesellschaften.

Dort nahm inzwischen die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf. Koszalins Bürgermeister, Piotr Jedlinski, erklärte den Sonntag zu einem Trauertag.

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