© APA/AFP/Santa Cruz Province Government/STR

Chronik Welt
09/19/2019

Bolivien: Vier Millionen Hektar Wald verbrannt

Umweltschützer geben der Regierung in La Paz die Schuld an den Waldbränden. Die Regierung in der Region Beni ruft den Notstand aus.

Durch Wald- und Buschbrände sind in Bolivien seit August nach Angaben von Umweltschützern bereits mehr als vier Millionen Hektar Wald- und Grasland verbrannt. Allein in der Region Santa Cruz seien drei Millionen Hektar Fläche vernichtet worden, erklärte die Umweltschutzorganisation FAN am Mittwoch (Ortszeit).

Die Organisation stützt sich dabei auf Satellitenbilder der NASA und der europäischen Raumfahrtbehörde ESA. In der nordöstlichen Region Beni erklärte die Regionalregierung am Mittwoch wegen der Waldbrände den Notstand. Damit können leichter Hilfen angefordert werden.

Umweltschützer geben der Regierung in La Paz die Schuld an den Waldbränden. Per Gesetz hatte die Regierung das Abbrennen von Wald- und Weideflächen für landwirtschaftliche Zwecke gefördert. Kürzlich gestattete sie Landwirten, 20 Hektar statt der üblichen fünf Hektar Wald abzubrennen. Beobachter gehen davon aus, dass dies zu tausenden Waldbränden geführt hat. Die Regierung führt die anhaltenden Brände hingegen auf das trockene Wetter und starken Wind zurück.

Investoren besorgt über Abholzung im Amazonasgebiet

Investoren haben die brasilianische Regierung zu einem entschlossenen Kampf gegen die Abholzung und Brände im Amazonasgebiet aufgerufen. "Als Anleger sehen wir die Abholzung und deren Folgen für Artenvielfalt und Klima als ein systemisches Risiko für unsere Portfolios", hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief von 230 Pensionsfonds, Vermögensverwaltungsgesellschaften und Kreditinstituten.

Eigenen Angaben zufolge verwalten die Unternehmen insgesamt 16,2 Billionen US-Dollar (14,7 Billionen Euro).

Zuletzt hatte die Zahl der Abholzungen und Brände im Amazonasgebiet kräftig zugelegt. Meist werden zunächst die Bäume gefällt und die bereits abgeholzten Flächen danach in Brand gesteckt, um neue Weideflächen zu schaffen. Die Regierung des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro will das für den internationalen Klimaschutz bedeutende Amazonasbecken künftig noch stärker wirtschaftlich nutzen und war deshalb zuletzt weltweit in die Kritik geraten. Die Unterzeichner des offenen Briefes riefen die Regierung dazu auf, durch bessere Kontrollen die illegale Abholzung zu unterbinden und den legalen Holzeinschlag deutlich zu reduzieren.

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