BRITAIN-POLITICS-RACE-UNREST

© APA/AFP/OLI SCARFF / OLI SCARFF

Chronik Welt
06/12/2020

Anti-Rassismus: Die "Penny Lane" in Liverpool wurde beschmiert

Es gibt offenbar einen Zusammenhang zwischen dem Straßennamen und einem Sklavenhändler. Doch dieser ist "unklar".

"In Penny Lane, there is a barber showing photographs
Of every head he's had the pleasure to know
And all the people that come and go
Stop and say, "Hello"."

So beginnt einer der wohl bekanntesten Popsongs der Welt, geschrieben 1966 vom vielleicht genialsten Songwriterteam der Welt, John Lennon und Paul McCartney. Er habe auf der Straße "Penny Lane" auf John gewartet, erzählte McCartney später über die Entstehung des Songtextes, und dabei die Umgebung beobachtet, etwa den Herrenfriseur. Die Beatles landeten mit Penny Lane einen Welthit.

"On the corner is a banker with a motorcar
And little children laugh at him behind his back
And the banker never wears a mac
In the pouring rain, very strange."

Kein Wunder, nachdem das Lied die kleine Straße weltberühmt machte, dass die Straßenschilder mit dem "Penny Lane"-Schriftzug eine begehrtes Diebesgut unter Beatles-Fans wurden. Die Stadt wusste sich damals icht anders zu helfen, als den Schriftzug nur mehr auf Häuser und Mauern auzumalen. 

"Penny Lane is in my ears and in my eyes
There beneath the blue suburban skies
I sit, and meanwhile back
In Penny Lane there is a fireman with an hourglass
And in his pocket is a portrait of the Queen
He likes to keep his fire engine clean
It's a clean machine."

Aber jetzt: Rassismusvorwürfe?

Das schon, aber sicher nicht wegen den Beatles. Es geht um den Straßennamen an sich.

Denn die Anti-Rassismus-Proteste in Großbritannien sind auch an der Penny Lane nicht spurlos vorübergegangen. Vier Straßenschilder wurden mit Farbbomben beworfen und mussten am Freitag gereinigt werden. An eine Mauer hatte jemand "Penny war ein Sklavenhändler" geschrieben.

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Nach Angaben des Liverpooler Bürgermeisters Joe Anderson ist es aber gar nicht erwiesen, dass die Straße nach einem Sklavenhändler, nämlich James Penny, benannt worden ist.

Auch ein Sprecher des internationalen Sklavereimuseums in Liverpool gibt rückendeckung: Er bestätigte, dass es die Debatte gebe, aber keine schlüssigen Beweise.

Und der Kommunalpolitiker Richard Hemp erklärte, der Name des Sklavenhändlers schreibe sich "Penney" und die Straße existiere "seit mehr als 500 Jahren - vor Penney, vor der Sklaverei". Beides habe nichts miteinander zu tun.

Im Zuge der weltweiten Anti-Rassismus-Proteste, die durch den gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA ausgelöst worden waren, wächst in Großbritannien auch der Protest gegen das koloniale Erbe des Vereinigten Königreichs. Unter anderem wurde in Bristol die Statue eines Sklavenhändlers ins Hafenbecken gestürzt. Auch in Liverpool gab es in den vergangenen Tagen Demonstrationen.

Paul McCartney hat erst im vergangenen Jahr im Rahmen des "Carpool-Karaoke" Stadt und Straße wieder besucht, hier das Video dazu:

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