Chronik | Welt
16.11.2018

Anführer der Roten Khmer erstmals wegen Völkermordes verurteilt

In den vier Jahren der Herrschaft der Roten Khmer in Kambodscha kamen über 1,7 Millionen Menschen ums Leben.

Ein von den Vereinten Nationen unterstütztes Sondertribunal in Kambodscha hat erstmals Vertreter des Rote-Khmer-Regimes wegen Völkermordes verurteilt. Der einstige Chefideologe Nuon Chea und Ex-Staatschef Khieu Samphan wurden am Freitag des Genozids schuldig gesprochen und zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Beide waren zuvor bereits wegen anderer Vorwürfe verurteilt worden.

Rote Khmer

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Nuon Chea, der ehemalige Chefideoloe der Roten Khmer.

Ex-Staatschef Khieu Samphan

Die Roten Khmer wollten zwischen 1975 und 1979 eine maoistische Bauerngesellschaft verwirklichen. Durch Hungersnöte, Zwangsarbeit, Folter und Ermordungen kamen in dem kleinen südostasiatischen Land nach Schätzungen mindestens 1,7 Millionen Menschen um. Seit dem Sturz der Roten Khmer durch vietnamesische Truppen wird das Land von der straff organisierten Kambodschanischen Volkspartei von Hun Sen beherrscht.