Chronik | Welt
30.11.2018

Airbnb stoppt Unterkünfte in besetztem Westjordanland: US-Israelis klagen

Online-Übernachtungsbörse wird Diskriminierung vorgeworfen.

Insgesamt 18 US-Bürger haben eine Klage gegen Airbnb wegen Diskriminierung eingereicht, weil die Online-Übernachtungsbörse Unterkünfte in israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland aus ihrem Angebot nimmt. Airbnb diskriminiere auf der Grundlage von Religion und Nationalität, sagte einer der zuständigen Anwälte, Robert J. Tolchin, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Es handle sich bei den Klägern um 17 US-Israelis, die Eigentum in israelischen Siedlungen hätten. Sie nutzten Airbnb, um Unterkünfte zu vermieten, sagte der Anwalt aus New York. Der 18. Kläger sei ein US-Bürger, der Airbnb als Kunde nutze.

Rücknahme und Entschädigung gefordert

Sie forderten gemeinsam einen Gerichtsbeschluss zur sofortigen Rücknahme der Airbnb-Entscheidung sowie Entschädigung. Die Klage sei beim Bundesgericht in Delaware eingereicht worden. Airbnb äußerte sich zunächst nicht dazu. Nach Medienberichten gibt es bereits eine Sammelklage wegen Diskriminierung, die israelische Anwälte beim Jerusalemer Bezirksgericht eingereicht haben.

Airbnb hatte vergangene Woche erklärt, die Unterkünfte aus dem Angebot zu nehmen. Die Siedlungen befänden sich "im Zentrum des Streits zwischen Israelis und Palästinensern. (...) Viele in der internationalen Gemeinschaft haben betont, dass Unternehmen hier nicht tätig sein sollten, weil sie davon überzeugt sind, dass man keine Gewinne in Gebieten machen sollte, aus denen Menschen vertrieben worden sind." Die Entscheidung betreffe rund 200 Unterkünfte.

Israel hat während des Sechstagekrieges 1967 unter anderem Ost-Jerusalem und das Westjordanland erobert. Die Palästinenser fordern die Gebiete dagegen für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.