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Chronik | Welt
06/07/2019

50 Jahre Christopher Street-Unruhen: Polizei entschuldigt sich

Der jährliche "Christopher Street Day" erinnert an die Vorfälle in New York. Er steht weltweit für das Selbstbewusstsein Homosexueller.

Rund ein halbes Jahrhundert nach den Unruhen an der legendären Schwulenbar "Stonewall Inn" hat sich einer der Chefs der New Yorker Polizei für die Gewalt durch Einsatzkräfte entschuldigt. "Die durchgeführten Maßnahmen der New Yorker Polizei waren falsch - ganz einfach", sagte James O'Neill am Donnerstag vor dem "Pride Month" in New York. Das was damals passiert sei, hätte nicht geschehen dürfen.

"Die Maßnahmen und die Gesetze waren diskriminierend und unterdrückend. Und dafür entschuldige ich mich", sagte O'Neill.

Polizeirazzia eskalierte im Jahr 1969

Im "Stonewall Inn" in der New Yorker Christopher Street war es nach einer Polizeirazzia 1969 zum Aufstand von Homosexuellen gekommen. Damals wehrten sich Schwule und Lesben erstmals gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen. Sie errichteten Straßensperren, bewarfen Polizisten mit Gegenständen und skandierten "Gay Power". Die Unruhen um die Szene-Bar gelten als Initialzündung der internationalen Emanzipationsbewegung von Schwulen und Lesben. 2016 wurde das "Stonewall Inn" zum Nationaldenkmal erklärt.

Heute erinnert der jährliche Christopher Street Day (CSD) an die Vorfälle. Er steht weltweit für das Selbstbewusstsein Homosexueller und ihren Widerstand gegen Diskriminierung. Auch in Deutschland wird der Tag mit Paraden, Straßenfesten und Demonstrationen gefeiert.