© REUTERS/Hannah Mckay

Chronik Welt
10/25/2019

39 Leichen in Lkw: Schon vier Verdächtige festgenommen

Im Mittelpunkt der Ermittlungen der britischen Polizei stehen die genaue Route des Lkw sowie mögliche Täter.

Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen-Anhänger bei London am Mittwoch hat die Polizei am Freitag die Hintergründe der Tat weiter untersucht. Im Mittelpunkt standen dabei die genaue Route des Lkw vor seinem Auffinden sowie mögliche Täter.

Drei weitere Verdächtige wurden nun festgenommen. Am Freitagnachmittag berichteten die britischen Ermittler zunächst von der Festnahme eines 38 Jahre alten Manns und einer gleichaltrigen Frau. Ihnen werden Menschenhandel in 39 Fällen sowie Totschlag in 39 Fällen vorgeworfen, teilte die Polizei mit.

Am Freitagabend berichtete die Polizei dann, auch ein 48 Jahre alter Mann aus Nordirland, der im Verdacht stehe, am Menschenhandel und Totschlag beteiligt gewesen zu sein, sei festgenommen worden.

Erste Festnahme am Mittwoch

Der bereits am Mittwoch festgenommene Fahrer des Lastwagens, in dem die Leichen gefunden worden waren, stehe weiter unter Mordverdacht und bleibe in Haft, teilte die Polizei außerdem mit. Der Haftbefehl gegen ihn sei am Donnerstag verlängert worden.

Die irische Firma "Global Trailer Rentals", der der Lkw gehört, gab an, das Fahrzeug am 15. Oktober ausgeliehen zu haben. Sie habe kein Wissen darüber gehabt, zu welchem Zweck das Fahrzeug verwendet werde.

Der fragliche Anhänger war am Dienstag um 14.49 Uhr in Zeebrugge an der belgischen Küste angekommen und hat den Hafen noch am gleichen Nachmittag verlassen. Der Vorsitzende des Ortes ging aber davon aus, dass die durchwegs 39 Todesopfer - 31 Männer und acht Frauen aus China - schon früher in das Fahrzeug gestiegen waren. "Wir haben ein Sicherheitssystem mit Sicherheitsmitarbeitern, wir haben überall Kameras und wir haben Polizisten in den Straßen von Zeebrugge", sagte Dirk de Fau.

Identifizierung wird dauern

Auch die Identifizierung der Opfer werde noch dauern - ebenso die Obduktionen, die die genauen Todesursachen der Personen, die vermutlich erfroren sind, klären sollen. "Das ist die größte Ermittlung dieser Art, die die Polizei von Essex jemals durchgeführt hat und es ist wahrscheinlich, dass es geraume Zeit dauert, bevor wir zu einem Fazit kommen", sagte Polizei-Chef Ben-Julian Harrington.

Nach britischen Behördenangaben ist die Zahl der Migranten, die illegal in Frachtcontainern und Lkw nach Großbritannien geschmuggelt werden, im vergangenen Jahr gestiegen. Die Tragödie weckte auch Erinnerungen an ähnliche Fälle in Großbritannien. Im Jahr 2000 waren im südenglischen Hafen von Dover in einem Lastwagen die Leichen von 58 chinesischen Migranten gefunden worden.

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