Rinder-TBC in Vorarlberg: Keine weiteren Hofsperren
Tiertransport mit Rindern (Symbolfoto)
Kurz vor Abschluss der seit Winterbeginn laufenden TBC-Untersuchungen an Vorarlberger Rindern hat Landesveterinär Norbert Greber vorsichtige Entwarnung gegeben. Mit weiteren Hofsperren sei nicht zu rechnen, gab Greber am Freitag bekannt. 67 Rinder wurden im Zuge der Untersuchungen getötet, aktuell sind noch sechs Landwirtschaftsbetriebe von Sperren betroffen. Die TBC-Bekämpfung beim Rotwild laufe weiter, betonte Landesrat Christian Gantner (ÖVP).
In 1.100 Betrieben wurden in den vergangenen Wochen und Monaten etwa 12.500 Tests durchgeführt. Zwölf Rinder wiesen einen positiven Test auf und wurden diagnostisch getötet. Weitere 55 Tiere wurden im Zuge einer Bestandstötung am 7. Jänner gekeult, elf davon diagnostisch.
Infiziertes Rotwild als Hauptansteckungsquelle
Von den gesperrten Höfen liegen fünf im Bezirk Bregenz, einer im Bezirk Dornbirn. Die Sperre des Betriebs im Bezirk Dornbirn steht im Zusammenhang mit einer Alpung außerhalb Vorarlbergs. Bei vier gesperrten Höfen im Bregenzerwald deuten die vorliegenden Befunde auf Ansteckungen während der vergangenen Almsaisonen hin.
Als Hauptquelle der Ansteckung der Rinder mit Tuberkulose gilt der Kontakt mit TBC-infiziertem Rotwild während der Alpung. Im noch laufenden Jagdjahr 2025/26 wurden landesweit bisher 921 ein- und mehrjährige Stück Rotwild untersucht, davon wiesen 52 eine TBC-Infektion auf. Die Prävalenz liege im Bekämpfungsgebiet im Bezirk Bludenz bei 8,2 Prozent und im Bezirk Bregenz bei 2,7 Prozent, sagte Gantner. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Prävalenz damit in beiden Gebieten in etwa halbiert worden.
Angepasste Abschusspläne
"Die TBC-Bekämpfung im Rotwildbestand erfordert nicht bloß übliche Jagdmaßnahmen, sondern eine konsequente Seuchenbekämpfung", so der Landesrat. Grundvoraussetzung dafür sei, dass die verordneten Abschusspläne und die zusätzlich erhöhten Kontingente von den Jagdverantwortlichen konsequent eingehalten werden. "Wir dürfen keinesfalls zulassen, dass uns die TBC-Situation über Jahre hinweg begleitet", unterstrich Gantner.
Die Abschussvorgaben für das noch laufende Jagdjahr 2025/26 (bis 31. März) wurden massiv erhöht. Sie wurden in den betroffenen Wildregionen um bis zu 30 Prozent gesteigert. Auch in den in früheren Jahren von Rinder-TBC stark betroffenen Gebieten im Bezirk Bludenz wurde der Rotwildbestand in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Dass in diesem Jahr kein landwirtschaftlicher Betrieb im Bezirk Bludenz aufgrund von Tuberkulose gesperrt werden musste, wertete Gantner als "ersten Erfolg". Die Abschusszahlen und die Prävalenz der Rotwildproben bestätigten den eingeschlagenen Weg.
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