Chronik 07.11.2015

Unrunder Walzer

Eine Streit-Koalition kann sich Michael Häupl nicht leisten.

Bei den Wiener Koalitionsverhandlungen wird noch nicht Linkswalzer getanzt. Vor dem Finale der Chefverhandler setzen die Grünen Michael Häupl noch einmal kräftig zu. Es sind Machtfragen, die für Knirschen im Rathausgebälk sorgen. Maria Vassilakous Wunsch nach einem zweiten Stadtratsposten, oder der Griff nach den Wiener Linien, macht die SPÖ nicht froh. Vassilakou braucht nach ihrem Rücktritt vom Rücktritt einen zählbaren Erfolg, will sie vor ihrer Basis bestehen.

Auch Häupl steht unter Erfolgsdruck. Im Wahlkampf hatte er die Probleme in Wien thematisiert. Nun muss er sein Regierungsprogramm der Lösungen auf den Tisch legen. Will Häupl den weiteren Aufstieg der FPÖ einbremsen, braucht er zugkräftige Leitprojekte, die einen Neubeginn in der Stadt signalisieren.

Die SPÖ hat noch ein Problem. Den 54 Rot-Grünen sitzen im Gemeinderat 46 Oppositionspolitiker gegenüber. Keine breite Mehrheit für schwierige Zeiten. Eine Streit-Koalition kann sich der Wiener Bürgermeister daher auch nicht leisten.

( kurier.at ) Erstellt am 07.11.2015