Kein Einlass mit Kopftuch? Wirbel um Dresscode in bekanntem Restaurant

Das Restaurant des Hotels Cool Mama in Salzburg steht wegen der Ablehnung einer Frau mit Hidschab in der Kritik. Das Restaurant verweist auf den Dresscode.
Muslimische Frauen tragen Kopftuch

Das Restaurant des Hotels Cool Mama in Salzburg sieht sich derzeit massiver Kritik ausgesetzt. Wie die Salzburger Nachrichten (SN) berichten, wollte eine Frau ihren Geburtstag gemeinsam mit Freunden im Sky-Restaurant feiern. Als ihr Ehemann bei der telefonischen Reservierung jedoch erwähnte, dass sie einen Hidschab trägt, sei die Anfrage abgelehnt worden.

Ein Blick auf die Website des Lokals zeigt, dass für den Besuch tatsächlich ein strenger Dresscode gilt. Dieser trage laut dem Restaurant zum gewünschten Ambiente und der kollektiven Stimmung bei und hält fest, was erlaubt ist – und was nicht. Untersagt sind demnach unter anderem "jegliche Art von Kopfbedeckungen". Zudem verweist das Restaurant auf das seit 1. Oktober 2017 geltende Verbot der Gesichtsverhüllung in Österreich. Darin ist geregelt, dass das Verhüllen oder Verbergen der Gesichtszüge an öffentlichen Orten oder in öffentlichen Gebäuden verboten ist.

Regeln gelten "ausnahmslos für alle Gäste"

"Auf Wunsch unserer Gäste haben wir hausinterne Regeln entwickelt, zu denen auch ein Dresscode für die Gäste des Sky-Restaurants zählt", erklärte Cool Mama gegenüber den SN. Diese Vorgaben würden "ausnahmslos für alle Gäste gelten", unabhängig von Herkunft oder religiöser Zugehörigkeit.

"Wir erwarten daher im Interesse aller Besucher die Einhaltung dieser Regelungen", so Cool Mama weiter. In einzelnen Fällen habe man Gäste auf die Bestimmungen hingewiesen - diese hätten die Regeln anschließend akzeptiert. 

Nachdem die Reservierung nicht zustande gekommen war, veröffentlichte die Frau eine kritische Google-Rezension. Das Restaurant drohte daraufhin mit einer Klage, sollte die Bewertung nicht gelöscht werden. Die Frau wandte sich in weiterer Folge an die Gleichbehandlungsanwaltschaft.

Bereits mehrere Vorfälle

"Religiöse Bekleidung ist kein einfaches Stilelement, sondern eine bewusste Entscheidung. Durch solche Regelungen werden sie ausgeschlossen", kritisiert Tarik Mete, SPÖ-Gemeinderat der Stadt Salzburg, den Dresscode des Restaurants. "Das passt nicht zu einer weltoffenen Stadt wie Salzburg", so Mete mit Verweis auf mehrere ähnliche Vorfälle im Sky-Restaurant in den vergangenen Monaten.

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