Rettungsaktion am Unglücksort

© Bachmair/Bergrettung Krimml

Salzburg
03/15/2014

Zwei Tourengeher in Gletscherspalte gestürzt

Die beiden Deutschen stürzten mehr als zehn Meter in die Tiefe. Sie wurden leicht verletzt geborgen.

Zwei Alpinisten aus Bayern haben am Samstag im Salzburger Pinzgau den Sturz in eine Gletscherspalte leicht verletzt, aber unterkühlt überstanden. Die beiden waren beim Aufstieg zum Hohen Gabler (3.263 Meter) bei Krimml etwa zehn bis 15 Meter in die Spalte gefallen und konnten nach rund eineinhalb Stunden von den Helfern geborgen werden, sagte Polizei-Sprecher Ortwin Lamprecht.

Drei Bayern - zwei Männer und eine Frau - waren am Vormittag über das Wildgerloskees Richtung Gabler aufgestiegen. Gegen 11.00 Uhr machte das Trio auf einer Seehöhe von rund 2.700 Meter eine kurze Pause. Im Bereich eines Felsen nahmen die Tourengeher eine Jause zu sich und waren daher zu diesem Zeitpunkt nicht angeseilt. In unmittelbarer Nähe traten ein Mann und die Frau auf eine Schneewechte, die eine Gletscherspalte überdeckte - diese war deswegen nicht zu sehen. Die beiden brachen ein und stürzten in die Tiefe, laut Bergrettung rund zehn Meter, laut Polizei etwa 15 Meter.

Zwei Hubschrauber im Einsatz

Die Frau wurde eingeklemmt und dadurch leicht verletzt. Ihr Begleiter überstand den Sturz offenbar unverletzt, sagte Maria Riedler, Sprecherin der Bergrettung Salzburg. Der dritte Alpinist schlug umgehend Alarm. Die Hilfsmannschaften rückten mit zwei Hubschraubern und fünf Bergrettern an, auch die Polizei kam zur Unterstützung mit dem Helikopter "Libelle" der Flugeinsatzstelle Salzburg. Als die Bergretter bei der Unglücksstelle eintrafen, hatte die Hubschrauber-Besatzung bereits ein bei Spaltenbergungen häufig verwendetes dreibeiniges Gestell mit einer Seilwinde aufgestellt, das über der Spalte aufgestellt wird.

Verunglückte stark unterkühlt

Bergretter seilten sich damit zu den zwei Verunglückten ab. Dort gelang es ihnen, den Bayern Dreieckstücher umzulegen. Schließlich konnten sie aus dem Gefahrenbereich geborgen werden. Da beide rund eineinhalb Stunden im Eis ausgeharrt hatten, waren sie stark unterkühlt. Die Spalte war an jener Stelle, an der die beiden hängen blieben, bereits recht eng, "viel weiter hätten sie nicht mehr reinfallen können", so die Sprecherin. Die beiden Alpinisten wurden mit den Hubschraubern Alpin Heli 4 und Alpin Heli 6 ins Krankenhaus Schwaz in Tirol geflogen. Ihrer genaue Identität stand am Samstagnachmittag noch nicht fest, beide sind etwa 30 bis 35 Jahre alt. Ihr Begleiter wurde mit dem Polizei-Helikopter ins Tal gebracht.

Riedler sprach von Glück, dass die Hubschrauber am Samstagmittag überhaupt noch eingesetzt werden konnten. Laut Prognose hätte nämlich zu diesem Zeitpunkt bereits eine Schlechtwetterfront eingetroffen sein sollen. "Es war zwar schon recht stürmisch, aber die Hubschrauber haben noch fliegen können."

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