Umweltaktivisten setzen sich für die Rückkehr der Wölfe ein, Bauern sind dagegen

© dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Salzburg
10/02/2014

Wolf schlug zwei Mal zu: Bäuerin bangt um Schafe

Vier Schafe wurden von demselben Wolf gerissen, ergab eine DNA-Analyse. Von ihm fehlt jede Spur.

Vier tote Schafe innerhalb weniger Wochen: Sie dürften auf das Konto von ein und demselben Wolf gehen. Das hat nun die DNA-Analyse eines Speziallabors in Lausanne, Schweiz, ergeben. Vom Übeltäter fehlt jede Spur. Ob er sich noch immer im Bereich der Illingerbergalm in St. Gilgen, wo am 18. August und am 12. September jeweils zwei Schafe gerissen wurden, aufhält, sei reine Spekulation, sagt Landesveterinärdirektor Josef Schöchl. „Wölfe sind Wandertiere. Er kann mittlerweile überall sein“, erklärt er. Anhand der DNA soll noch festgestellt werden, um welches Tier es sich genau handelt – Alter, Geschlecht, Herkunft. „Wenn er schon einmal auffällig geworden ist, finden wir ihn in der Datenbank.“

Schafe von Alm geholt

Die Verunsicherung im Bereich des Zwölferhorns ist groß. Besonders bei Gertraud Oberascher, der die getöteten Schafe gehört haben. „Nach dem zweiten Vorfall hat sich die Herde vor Panik aufgelöst. Ich habe Tage gebraucht, um meine Schafe wieder einzusammeln“, sagt sie. Die Überlebenden hat sie bereits von der Alm geholt – einen Monat zu früh. „Es ist einfach zu gefährlich dort oben. Ich werde sie nächsten Sommer nicht auf die Alm bringen, sondern bei mir am Hof lassen. Der Wolf weiß ja jetzt, wo die Beute ist und ich lasse mir das kein drittes Mal bieten.“ Die gerissenen Schafe werden ihr vom Land ersetzt – zwischen 100 und 200 Euro gibt es pro Tier. Die Kosten für das Heu, das sie jetzt extra kaufen muss, weil die Almwiese vom Speiseplan gestrichen worden ist, ersetzt ihr niemand. Erneut fordert sie: „Dieses Viech gehört abgeschossen. Es kann nicht sein, dass wir Landwirte uns vertreiben lassen müssen.“

Wölfe sind allerdings geschützte Tiere. Ein Abschuss sei keine Option, betont Veterinär Schöchl. „Es ist bedauerlich, wenn die Landwirte um ihre Schafe fürchten müssen, aber für den Menschen besteht keine Gefahr – wir sind keine Beute.“

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