Chronik | Österreich
31.03.2018

Was Fisch und Osterhase gemeinsam haben

Hasendorf, Lamm oder Osterwitz tragen Ostern im Namen. Gefeiert wird aber in Fischbach

Gesehen hat ihn noch niemand, doch auch ein Osterhase braucht wohl eine Heimatgemeinde. Welche Orte würden sich da besser eignen als Hasendorf, Lamm oder Osterwitz? Der KURIER hat sich seine Spuren geheftet .

Hasendorf an der Mur, Katastralgemeinde von Wagna, liegt im Naturpark Südsteirisches Weinland und ist umgeben von Feldern – ideale Bedingungen, eigentlich. Doch der Osterhase hat sich hier – zumindest touristisch – bisher nicht blicken lassen. Noch nicht. „Wir werden den Gedanken aufgreifen“, verspricht Wagnas Amtsleiter Patrick Mesgec. Man werde darüber nachdenken, aus dem Namen Kapital zu schlagen.

Nicht weit entfernt, in Kärnten, liegt Lamm. Rund 78 „Lamminger“, wie sich die Einwohner der Katastralgemeinde von St. Andrä nennen, leben dort. Doch auch hier – Fehlanzeige. „Lamm ist ein schöner Name, aber er kommt aus dem slawischen und bedeutet so etwas wie Hang-Abbruch“, erklärt Pfarrer Nepomuk Wornik. Ostern feiere man „wie überall“.

Osterei-Rekord

Wärmer wird es da schon im steirischen Osterwitz. Bis 2014 noch eine eigenständige Gemeinde, gehört der Ort nun zu Deutschlandsberg. Mit dem Namen Touristen und Osterfans anzulocken, habe man sich bisher nicht überlegt, heißt es beim Tourismusverband. Dabei stünde für einen marketingtechnischen Osterhasen-Feldzug alles bereit. Schon jetzt gibt es hier Österreichs größtes Osterei, das 8,6 Meter misst. Und seit wenigen Jahren hüpft ein verkleideter Osterhasen-Stellvertreter beim Eiersuchen mit. „In der Karwoche haben wir zudem den Pilgerstart“, sagt Tourismusverband-Vorsitzende, Barbara Spitz.

Mit Ostern hat Osterwitz dennoch nichts zu tun, denn der Name, der aus dem Slawischen stammt, bedeutet schlicht „scharfes Eck“.

Fündig wird der KURIER ausgerechnet in einer Gemeinde namens Fischbach. „Bei uns ist der Osterhase zu Hause“, bestätigt Marianne Dornhofer vom Tourismusbüro. Rund 1500 Einwohner zählt der steirische Ort – und ebenso viele Hasen, aus Holz geschnitzt und bemalt, gibt es. Drei Wochen lang rund um Ostern verwandelt sich Fischbach in das Osterhasendorf. Am Osterhasenkirtag am Sonntag werden 6000 Besucher erwartet.

Die Tiere sind überall: Vor dem Bäcker stehen zwei und bieten Brot feil, nicht weit entfernt macht ein Pärchen auf einer Bank Rast. Vor der Kirche wird ein Hasenkind getauft. Allein in Garten und Haus von Christl Egger haben sich 240 Hasen breitgemacht, die sie bemalt und mit selbst genähter Kleidung versorgt hat. Für ihre Hasen-Blasmusik-Kapelle legt sie sogar eine CD auf. „Da glauben die Kinder, die spielen tatsächlich“, sagt Egger. „Ich tue das gerne und die Leute freuen sich.“

Ins Leben gerufen wurde die Idee vor knapp 20 Jahren – mit einer kleinen Hasenparade. „Damit man die trostlose Zeit im Frühjahr beleben kann“, sagt Dornhofer. Kurz darauf packte das „Oster-Fieber“ die ganze Ortschaft. Mittlerweile gibt es Nachahmer – doch der Osterhase scheint ein Fischbacher zu sein.