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Chronik Österreich
12/05/2011

Von Anfang an Lust auf Wissen

Tipps: Alles für die Schwangerschaft - denn bereits im Bauch "pauken" Ungeborene für ihr späteres Leben.

Lernen beginnt bereits im Mutterleib. Im zweiten Schwangerschaftsmonat kann der Embryo erste Sinneswahrnehmungen verarbeiten - etwa Fühlen und Schmecken. Das ungeborene Kind nimmt Stimmen und Musik wahr. Sodass Babys nach der Geburt den besonderen Klang und Rhythmus ihrer Muttersprache wiedererkennen und in den ersten Wochen beginnen, mit den Eltern zu interagieren. Auch Musikstücke, die die Kinder im Uterus gehört haben, erkennen sie nach der Geburt.

"Es gibt Möglichkeiten, das Ungeborene bereits im Mutterleib zu fördern und ihm so beste Voraussetzungen für sein Leben und Lernen mitzugeben", erläutert Elisabeth Vodopiutz, ärztliche Leiterin des Ambulatoriums Wiental. "Das Kind lernt schon ab dem Zeitpunkt der Empfängnis", sagt auch ihre Kollegin, Psychologin Katharina Pal-Handl. Ein Großteil der Entwicklung passiert also im Uterus - die Vernetzung der einzelnen Erfahrungen entstehen aber erst nach der Geburt - weit bis ins Jugendalter hinein.

"In der Schwangerschaft ist die Entwicklung des Kindes durch äußere Faktoren, wie etwa Stress, störanfällig", sagt Vodopiutz. Stresshormone, die während der Schwangerschaft freigesetzt werden, beeinflussen die Hirnentwicklung, und somit das zukünftige Lernverhalten des Kindes. "Mütter können Komplikationen vorbeugen. Auf Alkohol, Zigaretten und Drogen muss unbedingt verzichtet werden, darüber hinaus sollten sie an ihre Abwehr denken", weiß Vodopiutz. Psychologin Pal-Handl merkt an, dass besonders traumatisierende Erlebnisse der Mutter in der Schwangerschaft Einfluss auf die spätere Entwicklung des Kindes haben können.

"Eine stabile Familiensituation, die Vorfreude auf das Kind und das Gefühl, das Baby ist willkommen, fördern natürlich auch die positive psychische Entwicklung", sagt Pal-Handl.
Die wahre Förderung beginnt aber, wenn das Kind in den ersten Wochen den Körperkontakt zur Mutter spürt. Jetzt geht's los: In den ersten Lebensjahren saugt der kleine Mensch enorm viel Wissen auf: Bis zum ersten Geburtstag verdreifacht sich das Gewicht des Gehirns von 250 auf zirka 750 Gramm. Um dem Kind beste Voraussetzungen zu bieten, sollte es künftig noch mehr Aufklärung und Begleitung für Schwangere geben, wünscht sich Psychologin Pal-Handl. Besonders, wenn es um das erste Kind geht, fehlt es doch an Erfahrung.

Stress

Doch was passiert im Mutterleib? "Im Gehirn sind Botenstoffe für die Lernprozesse mitverantwortlich", erklärt die Medizinerin. Bei Stress oder anderen ungünstigen Bedingungen in der Schwangerschaft würden vermehrt Stoffe freigesetzt, die diesen Prozess bremsen können. Für später gilt: Förderung - ja, "aber eine zu frühe und extreme Lernförderung kann schnell überfordernd wirken", sagt Pal-Handl. Die Eltern sollten die Sache daher entspannt angehen, denn: "Kinder zeigen Signale, wann sie was machen wollen und vor allem auch, ab wann sie es können."

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