Der Mann behauptet, die Pflanzen für den Eigenbedarf gezüchtet zu haben.

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Steiermark
10/23/2013

Verlorene Kamera führte zu Hanfzüchter

Ein Leobener hatte Fotos von seinen Cannabis-Pflanzen gemacht. Am Fundamt wartete schon die Polizei.

Über ungewöhnliche Wege ist die Polizei einem 65-jährigen Hanfzüchter aus Leoben auf die Schliche gekommen: Der Mann hatte seine Digitalkamera verloren. Als er seine Kamera beim Fundamt abholen wollte, erwarteten ihn bereits die Beamten, so die Polizei am Mittwoch.

Der Leobener hatte seinen Fotoapparat offenbar im Stadtgebiet verloren. Ein ehrlicher Finder brachte ihn zum Fundamt. Als die Angestellten unter den darauf gespeicherten Fotos nach Hinweisen auf den Besitzer suchten, entdeckten sie die Bilder der Pflanzen. Der eingeschalteten Polizei war der 65-jährige Leobener kein Fremder: Schon seit etwa 20 Jahren soll er regelmäßig "Gras" rauchen, weil er damit seinen schlechten gesundheitlichen Zustand besser verkrafte, meinte ein Ermittler. Wegen der besseren Qualität sei er auf die Eigenzucht übergegangen, habe er den Beamten erklärt.

In der Wohnung des Obersteirers wurden tatsächlich sieben Marihuana-Pflanzen sichergestellt. Mit ihnen hätte er seinen Jahresbedarf abdecken können, meinte der Verdächtige. Weiterverkauft habe er das Suchtgift nicht. Er wird wegen Besitzes und Erzeugung von Suchtmitteln angezeigt.

Eigenbedarf immer verboten

Cannabisbesitz ist gesetzlich grundsätzlich verboten und führt daher zur Beschlagnahme. Für den „Eigenbedarf” von Cannabisprodukten gibt es keine Ausnahme von der Strafbarkeit, ist jedoch mit einer geringeren Strafe bedroht. Eine festgelegte Ober- oder Untergrenze einer „Eigenbedarfsmenge“ gibt es nicht.

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